25.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Unterhaltsame "Sommer"-Serenade eröffnet das letzte Wochenende im Wurzer Pfarrhof Ständchen für einen, der nicht da war

Sommerserenade im Marstall des Wurzer Pfarrhofes mit Marianne Keller, Milan Zelenka und Lubomir Maly (von links). Bild: Prölß
von Redaktion onetzProfil

Flöte, Gitarre und Bratsche. Mehr braucht es nicht für eine lauschige Sommerserenade. Ach so, Sommer wäre natürlich auch vonnöten. Doch der lässt sich seit geraumer Zeit nicht mehr blicken. Abgetaucht. Obwohl man ihm wirklich ein schönes Abschiedsständchen bereitet hätte. Dann halt ohne ihn. Umso zuverlässiger das Stammpublikum, das sich zum letzten Samstagabendkonzert im Wurzer Pfarrgarten eingefunden hat.

Ein Besuchermagnet

Denn merke: Einen echten "Wurzerianer" hält weder Wind noch Regen auf. Und so konnte Veranstalterin Dr. Rita Kielhorn für diese kühle und verregnete Saison dennoch rund 1000 Besucher vermelden. Was vor 27 Jahren als "zartes Pflänzchen" begann, hat sich in der Oberpfälzer Kulturlandschaft zum langlebigen Solitär entwickelt.

Warum das so ist, das zeigte sich, als am Samstagabend Flötistin Marianne Keller, Gitarrist Milan Zelenka und Bratschist Lubomir Maly zu Gast waren. Zuhören, abschalten, entspannen. So lautete die Devise dieser Sommerserenade, die wegen kühler Temperaturen in das kleine Marstallgebäude verlegt werden musste. Auf dem Programm leichtgängiger Divertimento-Ton aus der Zeit um 1800. Eröffnet mit Beethovens früher Serenade D-Dur, gefolgt von unterhaltsamen Werken seiner Zeitgenossen Hoffmeister, Paganini, Campagnoli und Francesco Molino. Ein unangestrengtes Chillen mit "Beethoven and Friends", in das sich hin und wieder auch herbstliche Molltöne mischten.

Musik für Pilger

Nachtstimmung in Beethovens Adagio-Satz, melancholisch verschattet die Romanzen von Paganini (Gitarre) und Campagnoli (Bratsche und Gitarre), mystisch die Klangwelt eines mittelalterlichen Pilgerliedes (Flöte solo). Farben der schmerzlich vermissten Abendsonne holte Grandseigneur Lubomir Maly mit dunklem, reifem Bratschenton in den Raum.

Ein wohltuend ruhiger und unaufgeregter Abend, weitab von der Hektik und Anspannung des professionellen Musikbetriebs. Vielleicht einer der Gründe, warum die "Wurzer Sommerkonzerte" im Ernstfall auch ohne Sommer funktionieren.

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