30.08.2002 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Vier talentierte junge Damen überzeugen mit einer bunten Auswahl Regerscher Liedkompositionen Ein Genuss für die Ohren und die Augen

von Redaktion OnetzProfil

Pirk. (apl) Neue Gesichter und ein neuer Veranstaltungsort lockten am Mittwochabend zahlreiche Besucher in das von Rotary-Club und Max-Reger-Tage Weiden gemeinsam präsentierte Konzert nach Pirk. Das alte Brauhaus Schwab, wunderschön renoviert und mit einer trotz niedriger Raumhöhe erstaunlich guten Akustik, erwies sich als ein das Auge ansprechender und die Ohren befriedigender Veranstaltungsort.

Zudem hätte sich einem Brauhaus, dem irdischen Paradisum einer jeden bayerischen Seele, wohl auch der den leiblichen Genüssen nicht abgewandte Max Reger mit Sicherheit wohl gefühlt. Die musikalische Gestaltung des Abends mit Werken von Max Reger und Richard Strauss lag in den Händen von vier jungen, talentierten Damen, die allesamt zum ersten Mal in Weiden gastierten.

Mit einer bunten Auswahl Regerscher Liedkompositionen eröffnete die litauische Sängerin Ausrine Stundyte den Abend. Ihre das Publikum mitreißende Interpretation der heiteren Reger-Lieder "Zwei Gänse" und "Die bunten Kühe" waren darstellerisch und sängerisch vom Feinsten. Mit warmer, in tiefer Lage erstaunlich präsenter Sopranstimme überzeugte sie jedoch auch in Regers melancholisch gestimmten Liedern "Müde", "Notturno" und "Ruhe".

Unangenehme Schärfen in den hohen Lagen trübten die Interpretation der "Vier letzten Lieder" von Richard Strauss. Mit schwärmischen und pathosgesättigen Gesten gestaltete Stundyte dennoch auf überzeugende Weise die Abschiedsstimmung dieses "opus ultimum", mit dem Strauss sein reiches Liedschaffen beendete.

Begleitet wurde sie dabei von Sonja Lohmiller. Dank einfühlsamer und differenzierter Tongebung gelang es der jungen Pianistin, in den ausschweifenden Vor- und Zwischenspielen die spätromantische Klangfülle der originalen Orchesterbegleitung zu vermitteln. Beeindruckend die Gestaltung des Nachspiels von "Im Abendrot", der emotional-assoziativen Antwort auf die Frage "Ist das der Tod?".

Mit den beiden Violinsonaten A-Dur (op. 103 b) und d-Moll (op. 1) bewarben sich die beiden Schwestern Catharina (Violine) und Gabriela Lendle (Klavier) um den Förderpreis der Weidener Max-Reger-Tage. Dass sie dabei zu Recht in die Endrunde gelangten, bewiesen sie mit ihrer packenden Interpretation der beiden Violin-Klavier-Sonaten aus unterschiedlichen Schaffensperioden Regers.

Zu Beginn der A-Dur-Sonate vielleicht noch etwas zu verhalten und schüchtern in der Tongebung, wusste sich Catharina Lendle jedoch zu steigern. Mit schlankem, schnörkellosem Ton demonstrierte sie trotz jugendlichen Alters bereits ein hohes Maß an musikalischer Reife und technischer Versiertheit.

Gleiches gilt für ihre ebenbürtige Partnerin am Klavier, Gabriela Lendle. Ansteckende Spielfreude vor allem im neckischen Scherzo-Satz der d-Moll-Sonate opus 1, einem Werk aus Regers stürmisch-drängender Jugendzeit, in der unüberhörbar Robert Schumann und Beethoven zu seinen Vorbildern zählten.

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