19.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Wurzer Sommerkonzerte trotzen schlechtem Wetter - Trio beeindruckt mit edlen Klängen Im Marstall regiert die Romantik

Clemens Linder an der Violine (von links), Holger Groschopp am Klavier und Adele Bitter am Cello beeindruckten bei den Wurzer Sommerkonzerten mit ihren Interpretationen. Bild: Bäumler
von Harald BäumlerProfil

Wurz.Die Wurzer Sommerkonzerte sind im 27. Jahr ihres Bestehens wirklich alles andere als verwöhnt vom launischen Sommerwetter. Wieder erzwang die unsichere Wetterlage eine Aufführung im Marstall des Pfarrhofs, was aber den Werken hinsichtlich ihres Detailreichtums durchaus zugute kam.

Trio in Einheit

"Romantik auf Klavier, Violine und Violoncello" hatten Holger Groschopp, Clemens Lindner und Adele Bittner das Motto für ihr Programm genannt. Alle drei Musiker, jeder für sich eine preisgekrönte Koryphäe seines Instrumentes, formierten sich zu einem beeindruckenden Trio.

Edvard Grieg steuerte zwar nur einen einzigen Beitrag zum Genre "Klaviertrio" bei, aber mit seinem "Andante con Moto" gelang ihm ein schönes schlichtes Stück mit besonders prominent behandeltem Cellopart. Nicht wenig Wehmut entsprang den edlen Klängen. Ob Grieg sich ebenso wie das Publikum nach Sonne gesehnt hatte? Viele einstimmig geführte Passagen bewiesen gleich zu Anfang, dass drei bewundernswerte Musiker beeindruckend zu einer Einheit in Form eines Trios zusammengewachsen waren.

Antonin Dvoraks Dumky-Trio op. 90 durfte man zum zweiten Mal in diesem Konzert-Zyklus hören, was aber angesichts der ungeheuerlichen Qualität der Komposition absolut kein Schaden ist. Gehört es doch zu den bekanntesten Werken des Komponisten und wurde schon zu dessen Lebzeiten gefeiert. Der Musikkritiker Daniel Felsenfeld beschrieb das Stück als einen "nicht enden wollenden böhmischen Klagegesang". Mit perfekt realisierter Klangbalance und edelster Tongebung erschufen die drei Musiker ein Emotionsgebirge ungeahnter Ausmaße. Wohlverdient war die Pause nach diesem kaum überbietbaren Höhepunkt.

Edel und virtuos

Danach durfte Pianist Holger Groschopp im Trio Nr. 1 d-Moll op. 49 von Felix Mendelssohn-Bartholdy einen atemberaubend virtuosen Klavierpart bewältigen. Aber auch beide Streicher erfüllten ihren Part mit edlen Melodien und ebenbürtiger Virtuosität. Unwidersprochen bezeichnete Robert Schumann diese Komposition als "Meistertrio der Gegenwart". Er steuerte auch mit der Nr. 3 aus seinen Fantasiestücken op. 88 die Zugabe an diesem Konzertnachmittag bei - als "Duett mit Klavier als Kulisse". Bleibt zu hoffen, diese drei Musiker wieder in Wurz hören zu dürfen.

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