22.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Zeh fordert Solidarität gegen Amazon Kulturnotizen

von Redaktion OnetzProfil

Berlin.(dpa) Die Schriftstellerin Juli Zeh ("Nullzeit") hat von den deutschen Buchverlagen ein gemeinschaftliches Vorgehen gegen den Onlinehändler Amazon gefordert. "Es reicht nicht, Amazon zu dämonisieren und zu versuchen, in einer verworrenen Situation mit der Moralkeule Klarheit zu schaffen", sagte die Autorin in einem Interview der "Stuttgarter Zeitung" (Donnerstag). Angesichts der veränderten Strukturen auf dem Buchmarkt müssten sich die Verlage organisieren. "Es ist nicht so, dass die andere Seite keine Macht hat, sie ist nur gespalten."

Juli Zeh gehört zu den inzwischen rund 1500 deutschsprachigen Autoren, die dem Onlinehändler in einem offenen Brief "Erpressungsmethoden" vorwerfen. Er manipuliere gezielt Empfehlungslisten und liefere Bücher bestimmter Verlage verlangsamt aus, um höhere Rabatte durchzusetzen, so die Kritik.

Goldener Ehrenbär für Wim Wenders

Berlin.(dpa) Filmemacher Wim Wenders (69) wird mit dem Goldenen Ehrenbären der 65. Berlinale (5. bis 15. Februar 2015) ausgezeichnet. Damit werde einer der renommiertesten zeitgenössischen Autorenfilmer geehrt, erklärte Festivaldirektor Dieter Kosslick am Donnerstag. "Sein genreübergreifendes und vielseitiges Werk als Filmemacher, Fotograf und Autor hat unser Filmgedächtnis geprägt und inspiriert nach wie vor Filmemacher."

Wenders gehört zu den großen Erneuerern des Kinos. Seit den 70er Jahren drehte der gebürtige Düsseldorfer mehr als 60 Filme. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören "Der Stand der Dinge" (1982), "Paris, Texas" (1984), "Der Himmel über Berlin" (1987), "Buena Vista Social Club" (1999) und zuletzt unter anderem das 3D-Projekt "Pina" über Pina Bausch und ihr Wuppertaler Tanztheater, für das Wenders für einen Oscar nominiert war.

"Drei Grazien" keine NS-Raubkunst

Berlin/München.(dpa) Bei dem umstrittenen Bild "Drei Grazien" von Lovis Corinth handelt es sich nach Einschätzung der Limbach-Kommission nicht um NS-Raubkunst. Die Kommission könne deshalb den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen eine Herausgabe des Gemäldes an die Erben der früheren jüdischen Besitzerin nicht empfehlen, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Votum des Schiedsgremiums. "Angesichts der Faktenlage ist ein Zwangsverkauf nicht erkennbar." Die Enkelin der jüdischen Berliner Tuchfabrikantin Clara Levy hatte die Rückgabe des Bildes gefordert. Sie geht davon aus, dass es von den Nazis beschlagnahmt wurde. Die Empfehlung der Kommission ist nicht bindend, hat in der Regel aber großes Gewicht.

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