Zehn Jahre nach der Katastrophe in Weimarer Anna Amalia Bibliothek öffentliche Ausstellung
Schau dokumentiert Bücherrettung nach Brand

In der Herzogin Anna Amalia Bibliothek werden Bücher präsentiert, die vor zehn Jahren einem Brand zum Opfer fielen. Bild: dpa
Zehn Jahre nach der Brandkatastrophe in der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek dokumentiert eine Ausstellung die Wiederherstellung der beschädigten Bücher. Im Renaissancesaal des historischen Bibliotheksgebäudes werden ausgewählte restaurierte Bücher gezeigt und Techniken zur Erhaltung der wertvollen Stücke erläutert.

Die Bewältigung der Brandfolgen sei ein Gemeinschaftswerk von 27 Werkstätten, Laboren, Hochschulen und Bibliotheken aus mehreren europäischen Ländern und Japan, teilte die Klassik Stiftung Weimar mit. Bei dem Brand am 2. September 2004 waren 50 000 Bücher vernichtet und 62 000 durch Flammen, Hitze und Löschwasser beschädigt worden."Noch nie hat eine einzelne Institution eine komplexe Restaurierung solch vieler Bände vornehmen müssen", sagte Bibliotheksdirektor Michael Knoche.

Nahezu abgeschlossen ist laut Stiftung die Restaurierung jener Bücher, bei denen vor allem die Einbände in Mitleidenschaft gezogen wurden. 36 000 Exemplare stehen den Bibliotheksnutzern wieder zur Verfügung. Noch länger wird sich die Restaurierung von 25 000 besonders schwer beschädigten Exemplaren, den sogenannten Aschebüchern, hinziehen. Allein der Prozess zur genauen Sichtung der Schäden dürfte noch bis 2016 dauern, sagte der für Sondersammlungen und Bestandserhaltung zuständige Abteilungsleiter der Bibliothek, Jürgen Weber.

Für die Restaurierung oder Wiederbeschaffung gingen knapp 40 Millionen Euro an Spenden, Stiftungsgeldern und öffentlichen Zuwendungen ein. Die Ausstellung im historischen Bibliotheksgebäude ist von diesem Samstag an zugänglich. Dann ist die Klassikerstadt zugleich Gastgeber des nationalen Aktionstages zur Erhaltung schriftlichen Kulturgutes.
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