George Michael ist tot
Leben wie auf einer Achterbahnfahrt

George Michael starb in der Nacht im Alter von nur 53 Jahren.
Kultur
Deutschland und die Welt
26.12.2016
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George Michael bei einem Auftritt in der Motorpoint Arena in Cardiff, South Wales.

David Bowie, Prince, Rick Parfitt und jetzt auch noch George Michael. Im zu Ende ‎gehenden Jahr starben Giganten des Pops und Rocks.

London. George Michaels Leben war stets von Hochs und Tiefs geprägt. Selbst ‎ganz zu Anfang ‎seiner Karriere, als er in den 80er-Jahren mit dem Popduo "Wham!" ‎ebenso glatt und sauber wie seine Musik ‎wirkte, rumorte es in ihm. Denn während er ‎seine Rolle als Frauenschwarm nach Außen perfekt ‎spielte, haderte er damit, seine ‎Homosexualität verstecken zu müssen. Musikalische Erfolge auf der ‎einen Seite, ‎private Skandale und Gesundheitsprobleme auf der anderen – seine Fans waren ‎häufig in ‎großer Sorge um ihn.‎

Todesursache Herzversagen?

Jetzt starb der Popsänger, dessen Hit "Last Christmas" gerade in diesen Tagen wieder ‎überall zu hören ist, im britischen Goring-on-Thames – genau am ersten ‎Weihnachtstag. Er sei friedlich im Alter von 53 Jahren eingeschlafen, wie sein ‎Publizist am Sonntag ‎betonte. Die Todesursache war in der Nacht zum Montag noch ‎unklar, sein Manager Michael Lippman sprach von Herzversagen. Eine Obduktion soll ‎Klarheit schaffen. Hinweise auf ein Fremdverschulden fand die Polizei nicht.‎

Eine Lungenentzündung brachte den Superstar, der mit Songs wie "Faith" und ‎‎"Freedom" weltweit ‎berühmt wurde und Millionen Platten verkaufte, bereits 2011 in ‎Wien dem Tode nahe. Wochen lag er auf der Intensivstation, Tage im Koma. Eigentlich ‎hatte ‎er sich wieder erholt, seine Erfahrungen sogar im Song "White Light" verarbeitet ‎und war unter ‎anderem bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in London ‎‎2012 aufgetreten.‎

Doch dann ‎wieder ein Schock: Der Sänger fiel aus einem fahrenden Auto auf die ‎Autobahn. Augenzeugen berichteten, Michael habe während der Fahrt die Tür ‎geöffnet. Was genau passiert ‎war, wurde aber nie richtig geklärt. Er kam mit Kratzern ‎und blauen Flecken davon. Viele fragten sich: Was ist bloß mit ihm los?‎

Ein Leben in Extremen

Michael war schon mehrfach mit Drogen im Blut hinter dem Steuer unterwegs, musste ‎deshalb seinen ‎Führerschein abgeben, Sozialstunden ableisten und 2010 sogar acht ‎Wochen ins Gefängnis. Er bezeichnete die Strafe als gerecht. Er habe seine "Karma-‎Rechnung" bezahlt und wolle von vorn anfangen. Vorübergehend schienen sich dann ‎die Wogen zu glätten. ‎

In die Schlagzeilen geriet er vor allem durch seine Begegnung mit der Polizei in den ‎USA im Jahr 1998. Er hatte sich einem Polizisten in Beverly Hills auf einer öffentlichen ‎Toilette, die als Schwulentreff bekannt war, "unsittlich" gezeigt. Das brachte ihm eine ‎Geldstrafe und 80 Sozialstunden ein. ‎

George Michael lebte schon immer in Extremen - doch den Sympathien für ihn tat das ‎keinen Abbruch. ‎Rund um sein Haus im Norden Londons hatte sich zwischenzeitlich ‎eine bunte Gemeinde von ‎berühmten Freunden angesiedelt, darunter Model Kate ‎Moss. Der Sänger hatte fast sein ganzes ‎Leben in London verbracht. Als Sohn eines ‎griechischen-zypriotischen Einwanderers und einer ‎Engländerin wurde er in der ‎britischen Hauptstadt auch geboren.‎

Persönliche Schicksalsschläge

Nach den großen "Wham!"-Erfolgen mit Schulfreund Andrew Ridgeley erlebte er in den ‎‎90er-Jahren ‎viele persönliche Schicksalsschläge - vor allem der Tod seiner Mutter und ‎seines Lebensgefährten ‎stürzten ihn in tiefe Krisen, wie er in einem Interview mit der ‎Deutschen-Presse-Agentur erzählte: "So ‎vielen Menschen, die ich liebte, passierten ‎schreckliche Sachen. Es war fast bizarr."

Trotz seiner Achterbahnfahrt im Leben war er einer der ganz Großen im Musikgeschäft. ‎Als sie von seinem Tod erfuhren, würdigten ihn zahlreiche Künstler noch in der Nacht ‎zum Montag in den sozialen Netzwerken. Elton John nannte ihn auf Instagram einen ‎geliebten Freund und brillanten Künstler. Und Martin Fry von der Band ABC twitterte, ‎er sei am Boden zerstört und einfach nur #traurig, #traurig, #traurig.‎
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