Hamburger Elbphilharmonie ist eine Einladung an die Welt
Eröffnung nach zehn Jahren Bauzeit

Kultur
Deutschland und die Welt
11.01.2017
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Endlich ist es so weit: Nach knapp zehn Jahren Bauzeit wird die Hamburger Elbphilharmonie eröffnet. Schon jetzt wird das Konzerthaus als "Jahrhundertbau" und "Klangwunder" gefeiert.

Hamburg. Hamburgs neues Wahrzeichen erklingt: Nach zehnjähriger Bauzeit wird die Elbphilharmonie am heutigen Mittwochabend (20.15 Uhr) mit einem Konzert des NDR Elbphilharmonie Orchesters eröffnet. Unter Leitung von Chefdirigent Thomas Hengelbrock werden die Musiker eine musikalische Reise von der Renaissance bis zur Gegenwart unternehmen. Auf dem Programm steht auch die Uraufführung eines Auftragswerks von Wolfgang Rihm, einem der wichtigsten deutschen Komponisten der Gegenwart.

Zuvor werden Bundespräsident Joachim Gauck, Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), Architekt Jacques Herzog und Intendant Christoph Lieben-Seutter bei einem Festakt sprechen. Zu den 2100 geladenen Gästen gehört auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Außerdem haben sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und zahlreiche Politiker aus Bund und Ländern angekündigt. Zu den Prominenten gehören Regisseur Fatih Akin, Modeschöpferin Jil Sander, die Schauspieler Hannelore Hoger, Charly Hübner und Armin Mueller-Stahl sowie der Bauunternehmer und Präsident von Real Madrid Florentino Pérez.

Für Schaulustige wird die Musik optisch umgesetzt und als Lichtinstallation auf das spektakuläre Gebäude übertragen. Barkassenunternehmen laden zu Fahrten auf der Elbe ein. Das NDR Fernsehen überträgt die Feierlichkeiten live ab 18.00 Uhr.
Der Grundstein für die Elbphilharmonie wurde am 2. April 2007 gelegt. Jahrelang machte das Bauwerk Schlagzeilen mit Bauverzögerungen und Kostensteigerungen. Die erste Konzertsaison bis Anfang Juli ist bereits nahezu ausverkauft.



Zahlen und Fakten zur ElbphilharmonieDie Hamburger Elbphilharmonie ist weit mehr als nur ein Konzerthaus. Der gläserne Neubau mit seiner kühn geschwungenen Dachlandschaft erhebt sich auf dem Sockel eines ehemaligen Kaispeichers an der westlichen Spitze der Hafencity. Er birgt zwei Konzertsäle, ein Hotel auf der Ostseite mit 244 Zimmern und 44 Eigentumswohnungen auf der Westseite. An der Schnittstelle zwischen Speicher und Neubau befindet sich eine öffentlich zugängliche Plattform in 37 Metern Höhe - die Plaza. Sie ist mit 4000 Quadratmetern fast so groß wie der Hamburger Rathausmarkt und über eine 82 Meter lange Rolltreppe oder Aufzüge erreichbar.

Der wellenförmige Glasbau der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron ist an der höchsten Stelle 110 Metern hoch - fast so hoch wie der Hamburger Michel mit 132 Metern. Der gläserne Aufbau über dem Kaispeicher wiegt 78 000 Tonnen, die Glasfassade erstreckt sich über 16 000 Quadratmeter. Dafür wurden 1100 unterschiedlich gebogene und bedruckte Glaselemente angefertigt, jedes von ihnen wiegt 1,8 Tonnen. Insgesamt wiegt das Gebäude 200 000 Tonnen; das entspricht etwa 416 666 Konzertflügeln oder 722 A380-Flugzeugen.

Der große Konzertsaal mit 2100 Plätzen liegt aus Schallschutzgründen auf 362 Federpaketen. Er ist 25 Meter hoch und nach dem Weinberg-Prinzip gebaut. Jeder Zuhörer soll nicht mehr als 30 Meter vom Dirigenten entfernt sein. Die Innenverkleidung des Saals, die sogenannte Weiße Haut, besteht aus 10 000 Gipsfaserplatten, die den Schall optimal im Raum verteilen sollen. An der Decke hängt ein riesiger Reflektor, der den aufsteigenden Klang verteilt.

Die Grundsteinlegung war am 2. April 2007, eröffnet werden sollte das Konzerthaus ursprünglich 2010. Die Bauzeit beträgt knapp zehn Jahre, die Kosten stiegen von 77 Millionen auf 789 Millionen Euro.


Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat Menschen aus aller Welt in das neue Konzerthaus Elbphilharmonie eingeladen. "Die Elbphilharmonie, die wir heute eröffnen, ist eine Einladung an die Welt, nach Hamburg zu kommen, sich dieses großartige Gebäude anzuschauen und die Musik zu genießen", sagte er am Mittwoch. Das Konzerthaus biete dabei eine "beeindruckende Akustik".
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