29.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

"... bedauert den schweren Verlust seines lieben Sohnes"

von Redaktion OnetzProfil

Der Geschichtsverein in Fürth hat über viele Jahre hinweg auf die Stadt bezogene "Geschichtsblätter" herausgegeben, die sich mit historischen Gegebenheiten befassten. Eines dieser Hefte (Nummer 04/2004) bekam Hermann Schwarzferber aus Kastl vor geraumer Zeit in die Hände - und er staunte.

Er war darin auf den Namen seines Onkels Josef Schwarzferber gestoßen - und auch darauf, dass "für die Beurkundung von Sterbefällen von Militärpersonen, die ihr Standquartier verlassen hatten", der Standesbeamte zuständig sei, in dessen Bezirk der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz hatte. Die kaiserliche Verordnung für diese Vorgehensweise datierte vom 20. Januar 1879 und war im Reichsgesetzblatt niedergeschrieben.

An Angehörige

Darüber hinaus gab es Verlustlisten, geführt von den Bataillonen der bayerischen Regimenter, an das "Nachweise-Bureau" des Kriegsministeriums in München sowie an das "Zentral-Nachweisebureau" in Berlin (ZNB).

Die beiden Einrichtungen hatten die Aufgabe, Nachrichten über Gefallene, Verwundete, Kranke und Gefangene an Angehörige zu vermitteln. Auf diese Weise erreichte die Todesnachricht von Josef Schwarzferber seine Verwandten an der Lauterach. In den "Fürther Geschichtsblättern" las sich das so:

"Eine Benachrichtigung der besonderen Art gab es im November 1914. Der Fürther Standesbeamte forderte vom Geburtsstandesamt in Kastl (Opf.) einen Geburtsregisterauszug zur Vervollständigung der Beurkundungsdaten des Sergeanten Josef Schwarzferber an, der in einem Gefecht bei Fort Liouville am 5. November 1914 gefallen und zuletzt in Fürth wohnhaft war.

Zugleich ersuchte er, die Eltern des Verstorbenen bekannt zu geben. Diese mussten seinerzeit auch im Sterbebuch eingetragen werden. ,Sollten sie sich noch am Leben befinden, sind sie zugleich von dem Ableben ihres Sohnes in schonendster Weise in Kenntnis zu setzen.'

Eltern leben noch

Der Kastler Standesbeamte übersandte die von ihm ausgestellte Geburtsurkunde mit dem Bemerken, dass ,die beiden Eltern noch am Leben sind; zum größten Schmerze ist der Unterfertigte selbst der Betroffene und bedauert den schweren Verlust seines lieben Sohnes'."

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