Als Jugendlicher Haschisch auf der Schultoilette: eine Drogen-"Karriere"

"Vom Drogenproblem ist das gesamte Vierstädtedreieck betroffen", erklärte Werner Stopfer, der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Eschenbach. Vor allem über 21-Jährige, aber auch vereinzelt Heranwachsende und Jugendliche würden vor allem im privaten Bereich vorrangig Cannabis und Crystal Speed konsumieren.

Einzelne Personen seien bereits schwerstabhängig von Crystal, betonte Stopfer. Die Polizei wolle keine Panik verbreiten. Es sei jedoch Aufmerksamkeit geboten, und alle - Elternhaus, Schule, Polizei und Vereine - seien gefordert.

Der stellvertretende Inspektionsleiter zitierte aus der Beschreibung des Suchtverlaufs eines Abhängigen aus dem Zuständigkeitsbereich. Demnach begann dessen erster Kontakt mit Haschisch im Alter von 14 Jahren auf der Schultoilette. Der Jugendliche konsumierte die Droge gelegentlich weiter und fand daran Interesse und Gefallen. Nach etwa drei Jahren begann der Umstieg auf Crystal Speed.

Die Lehre wurde abgeschlossen; die Droge unterstützte anfänglich und bewirkte eine merkliche Leistungssteigerung. Es folgte jedoch eine schnelle Abhängigkeit: Das positive Erleben schlug schnell ins Negative um. Der junge Mann hatte ständig Angst, keinen "Stoff" zu bekommen. Beruflich wurde er unzuverlässig; es folgten Krankentage und Rausschmiss. Kleine "Geschäfte", Zeitarbeit und Kontakte mit der Polizei reihten sich aneinander.
Als weitere Stationen im Leben des Abhängigen nannte Stopfer: Heirat, zweites Kind, Ehefrau ebenfalls von Crystal abhängig, familiäre Probleme, Jugendamt, bevorstehende Entziehung der Kinder. Als wichtig erachtete er die Hilfe des Elternhauses und die Suchtberatung.

Als die erste Therapie nach der Hälfte der Zeit abgebrochen wurde, war der Rückfall im alten Freundeskreis die Folge. Die zweite Therapie hielt der Mann jedoch durch. "Weg von der Heimat" hofft der mittlerweile 30-Jährige nun auf einen Neuanfang. (rn)
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