Am Kirwamontag Patroziniumsgottesdienst
Stille Anbetung bei lauter Feier

Wenn sich die Aschacher Kirwa am Montag, 1. September, im Festzelt ihrem Ende nähert, erinnern sich die Gläubigen an den Ursprung dieses Fests, nämlich an die Kirchenweihe vor rund 260 Jahren. Dann feiern sie das Patrozinium des Kirchenpatrons, des heiligen Ägidius. Zu seinen Ehren wird um 18 Uhr das Allerheiligste zur stillen Anbetung ausgesetzt, bis der Festgottesdienst um 19 Uhr beginnt.

Über das Leben des Aschacher Kirchenpatrons ist nicht viel bekannt. Vermutlich wurde er als Sohn einer noblen Athener Familie geboren. Er verließ seine griechische Heimat und lebte als Einsiedler jahrelang in der Diözese von Nimes in einer Höhle an der Mündung der Rhone in das Mittelmeer.

Vom Pfeil getroffen

Der Legende nach nährte ihn durch Gottes Fügung eine Hirschkuh mit Milch. Während einer Jagd des Westgotenkönigs Wamba (König von 672 bis 680) flüchtete dieses Tier zu Ägidius, der sich schützend davor stellte und so versehentlich von einem Pfeil getroffen wurde. Zur Buße für seine Schuld ließ ihm der König ein Kloster errichten. So gründete Ägidius 680 die Benediktiner-Abtei von Saint Gilles, der er bis zu seinem Tode am 1. September zwischen 710 und 724 als Abt vorstand.

St. Ägidius ist der einzige der 14 Nothelfer, der nicht das Martyrium erlitt. Er ist Schutzpatron der stillenden Mütter und der Hirten. Als Beschützer wird seine Fürbitte angerufen bei Pest, Aussatz und Krebs, bei Dürre, Sturm und Feuersbrunst, in geistiger Not und Verlassenheit, bei Fallsucht, Geisteskrankheiten und Unfruchtbarkeit.

Romanische Chorkirche

Urkundlich belegt ist in Aschach bereits 1313 eine Vorgängerkirche, die ebenfalls dem heiligen Ägidius geweiht war. Das heutige Gotteshaus, eine romanische Chorkirche mit barocken Altären, wurde zwischen 1749 und 1755 unter Beibehaltung des alten Ostturms neu errichtet. Elf Jahre später brach man auch diesen ab und baute einen neuen Turm im Stil der Zeit, versehen mit einer barocken Zwiebel. Als diese bei einem Sturm herabstürzte, erhielt der Turm seinen heutigen Spitzhelm.

Seit 1971 die St.-Josef-Kirche in Raigering zur Pfarrkirche von Aschach-Raigering erhoben wurde, ist St. Ägidius in Aschach eine Nebenkirche. Gottesdienste sind wöchentlich dienstags und donnerstags sowie an den Sonn- und Feiertagen.
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