27.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Am Samstag nimmt die Anlage in Haselbrunn den Betrieb auf - Gute Ernte erwartet Auf die Plätze, fertig, Most

Wenn die Äpfel die Äste der Bäume Richtung Boden drücken, wird Maria Ott unruhig. Die Chefin der Mosterei des Obst- und Gartenbauvereins freut sich darauf, am Samstag die Anlage anzuwerfen. In diesem Jahr rechnet sie mit viel Arbeit, die Bäume sind voll.

von Georg PaulusProfil

Maria Ott fiebert dem Samstag entgegen. "Am 30. August, ist erster Mosttermin", sagt die Leiterin der Anlage des Speinsharter Obst- und Gartenbauvereins. Obstbaumbesitzer können dann ihre Früchte in Saft umwandeln zu lassen. Ott geht von einem gemächlichen Start der Kampagne aus. Insgesamt rechnet sie mit mehr Äpfeln und viel Arbeit. "Deshalb ist eine Voranmeldung unbedingt nötig". (siehe Kasten)

Seit mehr als einem Jahrzehnt leitet Ott die Mosterei. Durch ihre Arbeit hat sie dem Betrieb zu einem hervorragenden Ruf verholfen. Bis aus Franken kommen die Kunden. Sie freuen sich über eine moderne Anlage die den HAPPC-Richtlinien (systematischer Weg zur Lebensmittelsicherheit) entspricht. Seit 2003 wird Apfelsaft nur noch "Bag in Box" abgefüllt. Die platzsparende, sterile Vakuumverpackung garantiert lange Haltbarkeit. Mindesten zwölf Monate hält sich Apfelsaft in einem ungeöffneten "Bag", "angezapft" ist er bis zu acht Wochen haltbar.

Seit 2004 ergänzt ein "Refraktometer" die Anlage. Mit dem Messgerät lassen sich Öchslegrad, Mostgewicht und Alkoholgehalt innerhalb weniger Sekunden feststellen. 2006 kam ein "Großkisten-Entleerer" und Lagerkisten mit einem Fassungsvermögen von bis zu zehn Zentnern hinzu. Damit ist garantiert, dass jeder Kunde den Saft vom eigenen Obst erhält. Der Großkisten-Entleerer ist zudem eine Erleichterung für die Mitarbeiter, die ohne Kraftaufwand die Äpfel in die Anlage kippen können.

Dort wird das Obst gewaschen, geschnitzelt und ausgepresst. In diesem Jahr läuft die Presse ungewöhnlich früh an. "Was früher um den 15. September gereift ist, ist heuer um den 1. September so weit", stellt Maria Ott fest. Die Prognose für die Ernte ist sehr gut. "An den Bäumen hängen so viele Äpfel wie lange nicht mehr."

Ott ist aber aufgefallen, dass viele Äpfel wurmig sind und vom Baum fallen. "Es ist ratsam, diese Äpfel zu sammeln. Sie sind von der ersten Generation des Apfelwicklers befallen, ein gefährlichen Schädling." Wenn die Äpfel liegen bleiben, befällt auch die nächste Generation den Baum. "Die Jäger sind dankbar für die Früchte. Außerdem stehen am Bauhof Tonnen bereit, dieses Obst aufzunehmen."

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