13.02.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Arbeitskreise machen sich Gedanken über Entwicklung der Gemeinde - Dynamischer Prozess Die Weichen nur gemeinsam stellen

Tännesberg mit seinem Wahrzeichen Schlossberg liegt unbestritten landschaftlich sehr schön, weist eine komplette Grundversorgung auf, will sich aber damit nicht zufrieden geben. Vier Arbeitskreise hatten sich darüber in Zusammenarbeit mit "Landimpuls" Gedanken gemacht, wie sich die Gemeinde weiter entwickeln soll.

von Erich SpickenreitherProfil

Dieses Konzept wurde nun am Mittwoch im Restaurant "Binnerschreiner" vorgestellt. Direktor Rainer Schirmer von der Direktion für Ländliche Entwicklung, die dieses Projekt finanziell fördert, betonte, dass seine Behörde mithelfen wolle, dem ländlichen Raum auch nach der EU-Osterweiterung eine Chance zu bieten.

Thomas Schwarz von "Landimpuls" stellte die Arbeitskreise vor. Erste Ideen seien bereits entwickelt worden, doch das Ganze sei ein dynamischer Prozess. Weichen für die Zukunft könnten nur gemeinsam gestellt werden.

Helmut Bamler als Sprecher des Arbeitskreises "Land- und Forstwirt schaft" beleuchtete stellte die große Bedeutung heraus, verhehlte aber nicht die großen Schwierigkeiten, wie Strukturwandel, die schwindende Akzeptanz oder die Hofnachfolge.

Vielseitiger Betrieb

Das Ziel müsse ein vielseitiger Familienbetrieb mit ausreichendem Einkommen und der Erschließung neuer Einkommensquellen sein.

Der Berichterstatter für "Natur und Landschaft", Toni Wolf, hob als Vorteil eine vielseitige Landschaft mit hohem Waldanteil, eine reiche Strukturierung mit hohem Erholungswert hervor, konkretisierte dieses große Kapital Landschaft an einigen Beispielen. Es müsse gelingen, die Vorzeigeprojekte und Produkte besser zu vermarkten und landschaftlichen Besonderheiten zu pflegen und zu erhalten. Ein Regionalladen und eine Umweltbildungsstätte sollten angestrebt werden.

Im Gemeindeentwicklungskonzept von Tännesberg spielt auch die Flur- und Dorfentwicklung eine große Rolle. Eine gute Verkehrsanbindung und Nahversorgung könne man vorweisen, betonte Josef Glas, der auch auf eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung hinwies.

Für künftig leer stehende Häuser im Marktbereich sollte eine Verwendung gefunden werden. Wichtig sei es, die Jugend von Anfang an mit einzubeziehen, aber auch die Bedürfnisse der Senioren zu berücksichtigen.

An einer Sicherung der Wohnqualität und Schaffung von Rahmenbedingungen für bessere berufliche Perspektiven sollte allen gelegen sein. Um unsere Naturparklandschaft, das große Wanderangebot und die Gastronomie würden wir oftmals beneidet, so Ludwig Gürtler als Sprecher für den "Tourismus".

Er mahnte aber ein besseres Freizeit und Unterhaltungsangebot, eine effektivere Vermarktung und eine größere Eigeninitiative an. Es müsse gelingen, Tännesberg wieder besser ins Blickfeld zu bringen und ein Wir-Bewusstsein zu entwickeln.

25 Jahre Entwicklung

Karlheinz Dommer von Landimpuls ging dann auf den weiteren Projektverlauf ein. Bürgermeister Lorenz Enslein von der Gemeinde Püchersreuth stellte vor, was in 40 Jahren Flurbereinigung und 25 Jahren Dorfentwicklung Großartiges in seiner Gemeinde geleistet worden sei. Sein Appell: "Nur miteinander lässt sich etwas schaffen."

In der Diskussion appellierte Marktrat Erich Spickenreither an die Verantwortlichen, alles zu tun, um den Bevölkerungsrückgang mit allen nachteiligen Folgen zu stoppen. In einem neuen Baugebiet sehe er eine Chance.

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