20.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Aschacher Pfarrer gelangt schon 1927 zu dieser Auffassung - Burschenverein vor 85 Jahren ... Junge Männer benötigen Führung

Der Katholische Burschenverein Aschach feiert am Wochenende sein 85-jähriges Bestehen. Bild: sche
von Alfred SchornerProfil

Auf sein 85-jähriges Bestehen blickt der Katholische Burschenverein (KBV) Aschach am kommenden Wochenende zurück. In eher kleinem Rahmen wollen die 55 Mitglieder mit der Dorfbevölkerung und Gästen diesen Geburtstag feiern.

Im Jahre 1927 wurde die Pfarrei Aschach mit dem jungen Pfarrer Josef Geiger neu besetzt. Der kam bald zu der Auffassung, dass die Dorfjugend und besonders die Burschen eine Führung benötigten und sie in einem Verein organisiert werden sollten. So setzte er sich Ende Dezember 1929 mit den jungen Männern aus Aschach, Raigering, Krumbach und Immenstetten zusammen, um über die Gründung eines Vereins zu diskutieren.

Der wurde schließlich ins Leben gerufen und 24 ordentliche und 19 außerordentliche Mitglieder traten bei. Zum Vorsitzenden wählten sie Egid Schlaffer, zum Präses Pfarrer Geiger. Man traf sich zu Monatsversammlungen, die vor allem im Winter gut besucht waren. Zur Weiterbildung standen Vorträge vor allem zur Geschichte der Umgebung, aber auch zu religiösen oder landwirtschaftlichen Themen auf dem Programm. Das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Kameradschaft standen im Mittelpunkt aller Aktivitäten.

1932 Fahnenweihe

Erster Höhepunkt der jungen Vereinsgeschichte war die Fahnenweihe im Juni 1932. Aber bereits wenige Jahre später, 1936, musste die aufstrebende Gruppierung wegen der politischen Situation in Deutschland ihre Tätigkeit offiziell einstellen. Trotz aller Wirren in der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs blieb der Verein "ideell" bestehen.

Mit der Wiedergründung am 26. Mai 1947 gab sich der Verein eine neue Satzung. Das Protokollbuch berichtet über die folgenden Jahre: "In den Unwägbarkeiten der Nachkriegszeit führte der Burschenverein ein ruhiges Dasein und trat wenig in Erscheinung. Bei festlichen Gelegenheiten, zum Beispiel an Fronleichnam, marschierte er mit Fahne und zeigte dadurch, dass er noch am Leben war."

Dies sollte sich aber ab der Mitte der 50er Jahre ändern. Mit regelmäßigen Veranstaltungen wie Vortrags- und Bibelabenden oder Theateraufführungen brachte sich der Verein in das Dorfleben ein. Ab 1973, speziell mit der Wiederbelebung der Aschacher Kirwa, verschoben sich die Aktivitäten hin zu gesellschaftlichen Veranstaltungen und Feiern.

Kreuzrangl renoviert

1955 arbeiteten viele freiwillige Helfer des Burschenvereins mit und friedeten das Kreuzrangl mit einer Natursteinmauer ein. Dieses im Zentrum Aschachs stehende Denkmal renovierten sie 1991 mit unzähligen Arbeitsstunden und großem finanziellen Aufwand. Noch heute feiern hier die Vereine bei größeren Feierlichkeiten ihre Festgottesdienste im Freien. Darüber hinaus übernahm der Burschenverein 1986 die Kosten für die Renovierung des Marterls am Mühllohweg.

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