16.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Barrierefreier Hochsteg

von Redaktion OnetzProfil

In Mehlmeisel sind die Wildschweine noch willkommene und gern gesehene Tiere: Dagegen wird auf politischer Ebene in Bayern derweil über Wildschweine als Problemtiere diskutiert, die rasant steigende Zahl der Borstentiere in Bayern löst Besorgnis im Agrarministerium aus. Davon ist im Wildpark Waldhaus bei Mehlmeisel nichts zu spüren. Gerade für die jüngeren und kleineren Besucher sind die Wildschweine - große und kleine, flinke und faule - eine Attraktion, die man normalerweise in der freien Landschaft eben nicht erlebt. Doch zusätzlich hat der Wildpark, der im April 2014 neu eröffnet wurde, noch ganz viel mehr zu bieten und lädt zum gemütlichen Familienausflug ein.

Der Wildpark liegt in unmittelbarer Nähe zur Bergstation des Klausenliftes, wo im Winter die Freunde des alpinen Skifahrens auf ihre Kosten kommen. Dank zahlreicher Parkplätze in der Nähe ist der Wildpark auch mit Kleinkindern gut zu erreichen, der Weg zum Eingang und auch auf dem Gelände ist bestens für den Buggy oder das kleine Kinder-Dreirad geeignet. Der Höhepunkt in dem Wildpark, der noch im Aufbau begriffen ist und Stück für Stück erweitert wird, ist aktuell sicherlich das Wildkatzengehege, in dem "Prinz Charles" und "Lady Diana" ihre Heimat gefunden haben - zwei Luchse, die es aber auch geschickt verstehen, sich in ihrem Areal zu verstecken. Aber mit etwas Geduld und guten Augen werden die Besucher auch belohnt.

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Ansonsten besteht bei den Fütterungszeiten die größte Chance, die Tiere aus unmittelbarer Nähe zu erleben. Derzeit ist "Lady Diana" aber nach einer komplizierten Operation ziemlich gehandicapt: Sie war kürzlich von einer großen Fichte abgerutscht, hatte sich auf den Weg hinab in Ästen verfangen und konnte sich dadurch nicht drehen und schlug auf dem Boden auf. Jetzt soll sie in der gewohnten Umgebung wieder völlig genesen.

Der Weg zum Luchsgehege führt übrigens über eine Besonderheit des Parks - nämlich über einen barrierefreien Hochsteg. Durch diesen können die Wildparkbesucher die Tiere nicht nur von außen durch einen Draht oder einen Zaun sehen, vielmehr sind die Interessierten praktisch mittendrin im Gehege - nur eben in einem sicheren Abstand. Bevor das Luchsgehege erreicht wird, kommen die Besucher an den Wildschweinen vorbei: Mehrere kleine Frischlinge, aber auch ausgewachsene Wildschweine tummeln sich in Stegnähe, wo auch ein Matschtümpel angelegt ist.

Vom Steg aus können die Tiere auch über ein grünes Plastikrohr gefüttert werden, was besonders bei den kleinen Besuchern auf Begeisterung trifft. Darüber hinaus gibt es Schautafeln in deutscher und tschechischer Sprache, in denen beispielsweise über den Lebensraum der Wildschweine, ihre Wehrhaftigkeit und auch ihre Lebensweise in Familiengruppen informiert wird.

Ebenfalls von stattlicher Größe ist das Rotwildgehege, wo Hirsch und Hirschkühe zu Hause sind. Nicht weniger eindrucksvoll ist die Voliere des Auerhuhns, des größten Hühnervogels Europas. In Mitteleuropa ist es nur noch selten und nur in alten, unberührten Bergwaldregionen anzutreffen - entsprechend ist es auch ein Highlight des Parks.

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Noch im Aufbau

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Der Wildpark ist noch im Entstehen - das beweisen auch die noch leeren Gehege, deren Schilder allerdings schon darauf hinweisen, wem hier demnächst begegnet werden soll - beispielsweise einem Dachs. Neu "eingezogen" sind vor wenigen Wochen Fuchswelpen, freuen dürfen sich die Besucher demnächst auch auf eine Eichhörnchen-Kolonie. Und irgendwann wird es vielleicht auch einen Wolf im Wildpark geben. Vor allem für die Kinder gibt es in Ausgangsnähe noch eine besondere Attraktion - nämlich den Streichelzoo, wo den kleinen Ziegen das Futter direkt gegeben werden kann. Und im Außenbereich kann es auch passieren, dass man mindestens zwei freilaufenden Meerschweinchen begegnet.

Neben Informationen über die heimische Fauna und Flora bekommt der Besucher auch geologisches Wissen vermittelt - mehrere unterschiedliche Gesteinsarten aus der Region sind ausgestellt. Der Begleittext zum mächtigen Brocken Kösseine-Kerngranit informiert über die Verwendung des Gesteins, aber auch über dessen Besonderheiten. Nicht fehlen darf natürlich der bekannte Spruch über die Zusammensetzung des Granits "Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess ich nimmer".

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