27.01.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Bei Jahreshauptversammlung Kritik an Etatkürzungen im Freistaat - "Unterlassene Hilfeleistung": "Wehren müssen auf Barrikaden gehen"

Die Worte von Alfred Schriml saßen. Der Vorsitzende der Neudorfer Feuerwehr hat bei der Jahreshauptversammlung nicht mit seiner Kritik zu der von ihm als "Sparorgie" des Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber bezeichneten Etatkürzungen im Feuerwehr-Sektor hinter dem Berg gehalten. "Das ist für mich unterlassene Hilfeleistung!"

von Josef PilfusekProfil

Einleitend sprach er von einem dank vieler engagierter Mitglieder erfolgreichen Jahr. Außerdem betonte er das als Geschenk erhaltene Fahrzeug und die in diesem Jahr bevorstehende Sanierung des alten Gerätehauses mit der 60-prozentigen Förderung durch die Dorferneuerung.

Schriml war in seinem Element, als er seinem Ärger Luft machte. So werde zwar bei jeder Ehrung immer wieder von der Unersetzlichkeit der Arbeit für das Gemeinwohl erzählt, auf der anderen Seite aber ständig die finanzielle Grundlage für einen zeitgemäßen Brand- und Katastrophenschutz entzogen.

Der Vorsitzende kritisierte den fehlenden Ersatz für die 1993 abgeschaffte Feuerschutzabgabe und zeigte sich enttäuscht darüber, dass sich für die Sicherheit der ehrenamtlichen Feuerwehrleute kein Funktionär oder Politiker stark mache.

Das Fass zum Überlaufen bringt seiner Ansicht nach die im Haushalt des Freistaats zehnprozentige Kürzung im Feuerwehrwesen. Schriml bat Kreisbrandmeister Alfons Huber und seine Funktionärskollegen im Landkreis, in München oder Regensburg eine Demonstration zu organisieren.

Weiter appellierte der Redner, in erster Linie an das Leben und die Unversehrtheit der Kameraden zu denken, "die sie aufs Spiel setzen, wenn sie unzureichend ausgestattet in Einsätze geschickt werden".

Nach den Berichten des Schriftführers Alexander Pilfusek und des Kassiers Jürgen Schiller, dessen Arbeit die Revisoren Gerald Frischholz und Heinrich Reber lobten, bedauerte Bürgermeister Johann Maurer die allgemein schlechte Finanzlage.

Das Gemeindeoberhaupt bekräftigte Schrimls Aussagen. "Die Kleinen werden überall gehängt; die Leute müssten mehr auf die Straße gehen", stieß er ins gleiche Horn. Ferner sprach er von einer Verbesserung der Löschwasser-Verhältnisse im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Wasserleitung. "Die Regierung tut, was sie will. Die Zuschüsse werden immer weniger."

Kreisbrandmeister Alfons Huber bestätigte das zwar, stellte sich jedoch hinter den Landesfeuerwehr-Verband. Er betonte dessen Leistungen und die harten Auseinandersetzungen mit der Staatsregierung, wobei er als Beispiel das "Schutzkonzept Bayern 2000" nannte.

"Die Feuerwehren müssten auf die Barrikaden gehen", befand er. Als positiv bezeichnete er, "dass bei einem Feuerwehr-Unfall keine Praxisgebühr entrichtet werden muss und keine Zuzahlung zu Medikamenten anfällt".

Als Höhepunkt bezeichnete Schriml die Auszeichnung von Peter Janker. Das über 20- jährige Engagement und die Loyalität würdigte der Vorsitzende mit der Ernennung zum "Feuerwehrkameraden 2003" und einem Bierkrug.

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