05.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Bergknappenverein Marienschacht Wölsendorf feiert "60-Jähriges" Erinnern an einstige Größe

Das Steigerlied "Glück Auf!" erklingt immer, wenn sich ehemalige Bergleute treffen. So war es auch bei der Feier zum 60-jährigen Bestehen des Bergknappenvereins Marienschacht Wölsendorf zu hören. Der Schacht wurde 1979 geschlossen, die Erinnerung an ihn wird noch heute wach gehalten.

Pfarrer Gotthard Weiß (Mitte) zelebrierte den Jubiläumsgottesdienst im Wölsendorfer Stadel. Durch die Zusammenkunft führte der Vorsitzende des Bergknappenvereins Marienschacht Wölsendorf, Friedrich Held (rechts). Bild: hfz (2)
von Thomas Dobler Kontakt Profil

Wichtiger Teil der Feier im Wölsendorfer Stadel war ein Festgottesdienst, der von Gotthard Weiß zelebriert wurde. Weiß ist "Barbara-Pfarrer" - er betreut schon viele Jahre die Bergknappen im ehemaligen Nabburg-Wölsendorfer Flussspatrevier. Die heilige Barbara, auf die sich Weiß bezieht, ist die Schutzpatronin der Bergleute.

Der Marienschacht gehörte mit den Gruben Cäcilia und Hermine zu den großen Bergbaubetrieben im Revier. Aus zehn Gruben wurden 1953, also vor etwa 60 Jahren, 140 000 Tonnen Fluorit gefördert. Es war das größte Flussspatrevier in Mitteleuropa. Die Geschichte des Marienschachtes begann vor 140 Jahren und endete 1979, denn der Spat war zu Ende. Zurück blieben die Bergleute. Sie pflegen seit sechs Jahrzehnten die alte Bergbautradition.

An der Feier im Stadel, die vom Vereinsvorsitzenden Friedrich Held moderiert wurde, nahm auch ein Chronist und einer der größten Experten für das Revier teil, der mittlerweile 88-jährige Montangeologe Dr. Heinz Ziehr. Er feierte bei der Zusammenkunft sein 60-jähriges Doktorjubiläum; genauso lange untersucht er weltweit Fluoritvorkommen. Seine Promotion hatte damals die Wölsendorfer Flussspatgänge und deren Nebengestein zum Thema.

Bürgermeister Alois Böhm ergriff das Wort und gab einen Überblick über die Geschichte der Grube Wölsendorf, speziell der letzten Bergbauperiode bis zur Schließung 1979.

Anwesend waren auch Vertreter von Kommunalpolitik und Verwaltung, sowie Arno Jäger, der Präsident des Europäischen Bergmanns- und Hüttenvereins. Natürlich machten auch Nachbarvereine ihre Aufwartung: aus Wackersdorf, aus Stulln und Wundsheim.

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