20.07.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller zu Besuch bei der Flachglas GmbH "Projekt mit guten Chancen"

"Hier stimmen nicht nur die wirtschaftlichen Bedingungen, auch die Zukunftsaussichten sind gut" - das Resümee von Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller fiel bei seinem Besuch der Flachglas GmbH durchwegs positiv aus. Doch das war bei der Firma nicht immer so: Vor fünf Jahren stand sie fast vor dem Aus.

von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Zusammen mit Domkapitular Peter Hubbauer, Roland Batz von der Arbeitnehmerpastorei des Bistums Regensburg und zahlreichen Geistlichen des Dekanates besuchte der Bischof gestern nachmittag das Unternehmen. "Wir wollen einen Eindruck bekommen, wie hier gearbeitet wird und sehen, welche Herausforderungen auf Seiten der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber bestehen", sagte Batz zu Beginn. Dabei richten die Geistlichen ihr Augenmerk aber nicht nur auf Produktion oder Vertrieb, auch die Begegnung mit den Menschen und die Arbeitsbedingungen, unter denen die Mitarbeiter ihrer Tätigkeit nachgehen, stehen im Mittelpunkt der Firmenbesuche.

Bevor Dr. Josef Weiß, Leiter des Labors und des Qualitätsmanagements, die Gäste durch die Produktionshallen führte und ihnen einen Einblick in die Fertigung der Flachglas GmbH gab, blickte Geschäftsführer Reinhold Herrmann kurz auf die Geschichte des Unternehmens zurück. Eine Geschichte, die vor fünf Jahren fast zu Ende gewesen wäre. Denn damals hatte sich der Konzern, zu dem die Flachglas gehörte, nur noch auf das Kerngeschäft fixiert, dem Standort im Markt drohte das Aus.

Die Rettung kam dann schließlich in einer - laut Herrmann - in Deutschland fast einzigartigen Idee: Die Gründung einer Mitarbeiter-Beteiligungs-GmbH, die 51 Prozent der Firma übernehmen sollte. In kürzester Zeit seien die Mitarbeiter von dem Modell überzeugt gewesen, ergänzte Richard Thaller - Betriebsratsvorsitzender und Geschäftsführer der Beteiligungs-GmbH. Am 1. Januar 1999 wurde das Unternehmen schließlich in eine rechtlich selbständige GmbH als Tochter der Flachglas AG umgewandelt. Dadurch konnte die drohende Schließung abgewendet und der Arbeitsplatz von rund 600 Mitarbeitern gerettet werden.

Eine Maßnahme, die auch den Bischof bei seinem Besuch beeindruckte und der er gute Zukunftschancen attestierte: "Die Chancen sind gut, dass das Projekt auch weiterhin so gut läuft, wie seit fünf Jahren". Nach einem Eintrag ins Gästebuch des Unternehmens machte sich Müller wieder auf den Weg in die Bistumsstadt.

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