21.08.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Blühende Dörfer wie das einstige Hopfenohe gehörten zum Einzugsgebiet der Stadt Auerbach Verfallene Kirchenruine als stummer Zeuge

Sie waren damals meist noch Kinder, die Leute, die mit der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr 1938 ausgesiedelt wurden. So wie sie sich gern an ihre alte Heimat erinnern, denken manche der älteren Auerbacher noch heute an die Zeit zurück, als Dörfer wie Hopfenohe zum Einzugsgebiet der Stadt gehörten.

Obwohl die ehemalige Kirche St. Peter und Paul heute eine Ruine ist, wird sie immer noch von vielen Leuten besucht. Natürlich können solche Begegnungen nur unter bestimmten Voraussetzungen gemacht werden.
von Redaktion OnetzProfil

Auerbach und Hopfenohe verbindet ein ganz besonderes Stück Geschichte, und das von Anfang an. Die Namen beider Orte tauchen schon in der Gründungsurkunde des Klosters Michelfeld aus dem Jahre 1119 auf; sowohl Auerbach als auch Hopfenohe sind darin als Schenkungsgüter genannt.

Den Markt verlegt

Von herausragender Bedeutung für Auerbachs Entwicklung wurde Hopfenohe aber erst im Jahre 1144. Denn damals wurde nicht nur der Markt vom Kloster Michelfeld hierher verlegt, was jedes Kind weiß, sondern kurz darauf auch der von Hopfenohe, was weit weniger oft betont wird.

Dabei hatte gerade der Hopfenoher Markt Chronisten zufolge einen deutlich größeren Umsatz und trug damit zweifellos ganz erheblich zum Aufblühen Auerbachs auf seinem Weg zur Stadt und bald darauf sogar zur Hauptstadt "Neuböhmens" bei.

Drei Eisenerzgruben

Enge wirtschaftliche Verflechtungen zwischen Auerbach und Hopfenohe weist darüber hinaus Fritz Schnelbögl in seinem Buch Auerbach in der Oberpfalz" für den Erzbergbau nach. Urkunden vom Beginn der Neuzeit lassen erkennen, dass damals im Gelände von Hopfenohe und dem Gottvaterberg drei Eisenerzgruben lagen, an denen sowohl Auerbacher als auch Hopfenoher Bürger beteiligt waren.
Und Hopfenohe heute? Was ist aus dem 200-Seelen-Dorf geworden, zu dessen katholischer Pfarrgemeinde 1939 sogar insgesamt rund eintausend Menschen in 20 Dörfern und Weilern gehörten? Alles platt gemacht, zugewuchert und vergessen?

Keineswegs! Hoch droben auf der Wasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer steht unübersehbar die Ruine der Kirche St. Peter und Paul mit ihrem aussichtsreichen Turm. Das Mauerwerk wurde durch Sicherungsmaßnahmen vor dem Verfall bewahrt und überdauert als eindrucksvolles Symbol für all die vielen aufgelassenen Ortschaften des Truppenübungsplatzes.

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