19.06.2006 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Brauchtumskirwa in Krickelsdorf gefeiert - Wolfgang Siegler und Christina Dehling regieren "Dann pack mas halt numal"

Das hatte sich Wolfgang Siegler anders vorgestellt: Eigentlich wollte der altgediente Kirwabursch nach diesem Wochenende seinen Hut an den Nagel hängen. Jetzt ist es ganz anders gekommen. Beim Baumaustanzen wurden er und seine Tanzpartnerin, Christina Dehling, zum neuen Oberkirwapaar gekürt.

von Autor (gri)Profil

Und wie es der Brauch will, müssen die beiden nun die nächste Kirwa organisieren. "Mir is wurscht", sagte ein bereits am Sonntag ziemlich heiserer Wolfgang Siegler. "Dann pack mas halt numal." Die Krickelsdorfer Kirwagäste freut's, denn bei der Verlosung des Kirwabaumes unterhielt der wackere Baumaustänzer das Publikum mindestens so gut wie eine ganze Kirwakapelle. Der Baum ging übrigens an Hermann Lühr aus Großschönbrunn.

Lauschig waren die Nächte in diesem Jahr an der Krickelsdorfer Kirwa. Bereits am Samstagabend wähnten sich die Wanderer und Radlfahrer, die aus allen Himmelsrichtungen auf das Dorf zuströmten, wie vor 20 Jahren, als Wirtin Sieglinde Wittmann von vornherein auf so etwas wie ein Bierzelt verzichtete. Ein Zelt brauchte es heuer nicht. Der Platz vor dem Wirtshaus "Zur Linde" gab in den Kirwanächten einen der schönsten Biergärten der Oberpfalz ab.

Am Samstag hatte die Landjugend eine Newcomer-Band aus dem Nachbarlandkreis Schwandorf verpflichtet. Die "Rotzlöffel" spielten frech auf und zogen die 16 Kirwapaare bis in die (bereits späteren) Morgenstunden in ihren Bann. Kaum zu glauben - aber wenige Stunden nach der durchtanzten Nacht traten Burschen und Moidln frisch herausgeputzt zum Kirwagottesdienst an. Dieser wurde heuer ebenfalls unter freiem Himmel gefeiert. Zelebriert wurde er vom Ehenfelder Pfarrer Konrad Kummer und Diakon Hermann Falk.

"Dieter, Jackl und Charly" - die wohl unverwüstlichsten Kirwamusikanten des südlichen Landkreises - spielten beim Austanzen und unterhielten die Gäste nachher mit "Schottischen" und "Bairischen" im Biergarten. Ihren würdigen Ausklang fand die Krickelsdorfer Kirwa am Montag. Während sich die Mitarbeiter der Firmen aus der Umgebung wie immer auf eine zünftige Kirwa-Einkehr bei der Wirtin freuen durften, trieb die ganze Kirwagesellschaft den Kirwabären durch das Dorf.

Erstaunlich: Auch an diesem wahrlich "heißen" Kirwatag hielten die Kirwapaare durch. Am Abend, als der "Steierer Kare" mit seiner Band zu den Instrumenten griff, füllte sich der Innenhof des Wirtsanwesens noch einmal. Und es war längst Dienstagnachmittag, als für die Hartgesottenen die Kirwagaudi endete.

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