20.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Briefe an die Redaktion "Fachgerechter Umgang mit Bäumen sieht anders aus"

Umweltschutzbeauftragter Peter Zahn kritisiert den Umgang mit den beiden Bäumen, die in Nähe des neuen Regenüberlaufbeckens am Kreuzerweg stehen. Unser Bild zeigt die in Mitleidenschaft gezogene Prinzregenten-Linde, die am 12. März 1911 zum 90. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold gepflanzt wurde. Bild: Royer
von Redaktion OnetzProfil

Zu zwei Berichten in der Doppelnummer der SRZ vom 14./15. August erreichte uns folgende Zuschrift:

"Die beiden Artikel ,Keine zweite Klagemauer' und ,Andenken an die Lichtgestalt' bringen mich zu der Frage: Schützt und schätzt man in Sulzbach-Rosenberg Baudenkmäler mehr als Naturdenkmäler?

Ein Grabdenkmal für einen verdienten Bürger wird aufwendig saniert; gleichzeitig werden zwei alte markante Gedenkbäume rücksichtslos beschädigt.

Am Kreuzerweg im Bereich des neuen Regenüberlaufbeckens stehen die Friedenseiche, gepflanzt am 5. März 1871 zur Erinnerung an den Frieden von Bordeaux (das Sulzbacher Bataillon war an der Schlacht bei Sedan beteiligt) und die Prinzregenten-Linde, gepflanzt am 12. März 1911 zum 90. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold.

Die historischen Bäume stehen leider an einem extrem ungünstigen Standort und sind daher bereits besonderen Belastungen ausgesetzt.

Durch die Baumaßnahmen zum Regenüberlaufbecken wurden zusätzlich große Wurzelbereiche abgegraben, das Stamm-Umfeld verdichtet und teilweise versiegelt. In den Kronenbereichen sind abgerissene und geknickte Äste zu erkennen. Ein fachgerechter Umgang mit Bäumen bei Baumaßnahmen sieht anders aus. Statt markanter Baumkronen blieben nur gestutzte und löcherige Silhouetten übrig. Das weitere Schicksal der Bäume ist unsicher.

Fazit: Historische Grabmäler restauriert man verantwortungsbewusst, historische Gedenkbäume massakriert man gedankenlos."

Peter Zahn,Umweltschutzbeauftragter

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