Bund Naturschutz kritisiert Rodungen in der Gemeinde
Wasser als Menschenrecht

Der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Klaus Pöhler (links) zusammen mit dem neu gewählten Vorstand der Ortsgruppe Bruck um Vorsitzende Angela Schikora (Vierte von rechts). Bild: hbr

Angela Schikora führt auch weiterhin die Ortsgruppe des Bund Naturschutz in Bruck als Vorsitzende. Bei der Jahreshauptversammlung standen die zunehmenden Baumfällmaßnahmen innerhalb der Marktgemeinde im Mittelpunkt der Diskussion. Kreisvorsitzender Klaus Pöhler referierte über die EU-Diskussion zur kommunalen Wasserversorgung.

In ihrem Rückblick über die Aktivitäten des vergangenen Vereinsjahres berichtete Angela Schikora von der Teilnahme an der "Aktion Saubere Landschaft", bei der man wieder die Randsberger Straße von Müll und Unrat befreite. Hier mussten teilweise schon die Überreste ganzer Wohnungsentrümpelungen die Böschung herauf gezerrt werden, so die Sprecherin. Beim Bürgerfest war man wieder mit Biowein und Gemüseteller vertreten. Auch im vergangenen Jahr war die Ortsgruppe wieder für die Stellungnahmen als Träger öffentlicher Belange tätig.

Wärmebilder gefragt

Gemeinsam mit der Ortsgruppe Nittenau organisierte man Veranstaltungen und Diavorträge. Sehr gut wurde unter den Hauseigentümern die Aufnahmen mit der Wärmebildkamera, die von Manfred Pfauntsch organisiert wurde, angenommen. Nachdem die Fotos den Hausbesitzern direkt auf den PC gespielt wurden, hatten diese die Möglichkeit, etwaige Schwachpunkte der Isolierung und die daraus resultierenden Energie- und Wärmeverluste zuverlässig abzustellen.
Für dieses Jahr plant man anlässlich der "Faltertage" des Bundes, die am Pfingstwochenende sowie am 24. und 25. August stattfinden, Kinder einzuladen, um sie für die Natur und deren Bewohner zu sensibilisieren. Auch am Ferienprogramm ist wieder eine Beteiligung geplant. Heuer will man näher auf das Thema "Lebensraum Wasser" eingehen. Ein Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes wird den Kindern anhand von Wasserproben aus dem Sulzbach Näheres erklären. Anschließend dürfen die kleinen Entdecker noch Mini-Flöße bauen und im Bach treiben lassen.

Ein großes Thema ist bei der Ortsgruppe Bruck, nach wie vor die verstärkten Baumfällmaßnahmen in der Marktgemeinde. Speziell im Eichenweg und im Raum Sollbach falle auf, das viele Grundstücke stark gerodet wirken, so Angela Schikora. Viele Menschen hätten den Stellenwert und den Nutzen der alten Bäume vergessen, erläuterte die Vorsitzende enttäuscht. Sie appellierte an die Bürger und Grundstückseigentümer, bevor solch ein "radikaler Kahlschlag" einplant wird, sich Rat von Fachleuten zu holen. Diese könnten Möglichkeiten aufzeigen, wie der alte Bestand erhalten werden könne.
Der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe, Klaus Pöhler, schloss sich hinsichtlich der Rodungen seiner Vorrednerin an. Seit rund zwei Jahren könne man diese Aktionen auch in massivem Umfang an den Staat- und Kreisstraßen feststellen. Hier läge das Problem bei den Straßenbauämtern, die sich bei Nachfragen und Kritik auf die Verkehrssicherheit berufen. Unverständlich, so Pöhler, sei für ihn allerdings, dass bereits kleine Äste und Sträucher die Verkehrssicherheit beeinträchtigen sollen. Doch dass gerade Bäume, die an stark befahrenen Staats- und Kreisstraßen stünden, vor allem dem Lärmschutz dienlich seien, den Feinstaub filtern und Sauerstoff erzeugen, sehe offenbar niemand.

Für Pöhler gibt es nur einen Weg dem "Tabula-Rasa" an der Natur entgegenzuwirken: Die Bürger müssten sich direkt an die verantwortlichen Fachstellen wenden, denn nur dann könne man auch was erreichen, empfahl der Redner. Weiter berichtete der Kreisvorsitzende über die Bedrohung der kommunalen Wasserversorgung in Bayern durch die entsprechende EU-Dienstleistungskonzessionsrichtline, durch die eine Privatisierung der kommunalen Wasserversorgung erreicht werden soll.

Wasserwerk nicht betroffen

Das Wasserwerk des Marktes Bruck sei jedoch davon nicht betroffen, da es sich hier um einen Regiebetrieb handelt, der ausschließlich die Brucker Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt. Pöhler appellierte an alle Bürger, sich an der europäischen Bürgerinitiative "right2water" zu beteiligen. Diese habe das Ziel, die das Menschenrecht auf den Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung" durchzusetzen. Gefordert werde bei dieser Aktion unter anderem, dass die Grundversorgung mit Trinkwasser und die Bewirtschaftung der Wasserressourcen nicht den Binnenmarktregeln unterworfen und die Wasserwirtschaft von der Liberalisierungsagenda ausgeschlossen wird. Die Abgabe von Unterschriften ist auf www.right2water.eu/de möglich.
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