Bundesverband Deutscher Milchviehhalter sieht "dramatische Lage" der bäuerlichen Landwirtschaft
Gegen die Macht der Konzerne

Die BDM-Verantwortlichen im Kreis und die Referenten bei der Hauptversammlung (von links): Manfred Gilch, Kreisvorsitzender Helmut Graf, Manfred Albersdörfer, stellvertretende Kreisvorsitzende Eleonora Rupprecht und Georg Janßen. Bild: hi

Ein Gutachten, das einen Aufwand von 51 Cent pro Kilogramm Milch errechnet hat, zitierte Helmut Graf, der Kreisvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof Zum Wulfen. Das entspricht der Preisforderung des BDM, aber "das passt den Molkereien nicht", sagte Graf.

Graf berichtete vom Druck auf die Politik in Brüssel und zuletzt in Berchtesgaden, wo rund 3000 Milchbauern mit 800 Schleppern demonstrierten. Die Lage der Bauern sei dramatisch - "schade, dass man nicht an einem Strang zieht". Man werde Mitglieder und Nichtmitglieder befragen, Politiker auf die Höfe einladen und Bundesagrarministerin Ilse Aigner in Berlin mit verabschieden.

Recht auf freien Nachbau

Georg Janßen, Geschäftsführer der IG Nachbau und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, sagte, die Saatgutindustrie wolle Geld, aber sie habe die Rechnung ohne die IG Nachbau gemacht.

Man kämpfe mit allen Mitteln für das Recht auf freien Nachbau. Saatgutzüchtung sei eine Aufgabe der Gesellschaft. "Die Landwirtschaft gehört den Bauern, nicht den Konzernen", war seine Schlussbemerkung.

Manfred Gilch, BDM-Kreisvorsitzender von Roth, stellvertretender Landesvorsitzender und Mitglied des Runden Tisches Agrarbündnis Bayern, trat für eine flexible Milchmengensteuerung auf einzelbetrieblicher Grundlage und einen kostendeckenden Milchpreis ein. Man fordere Instrumente dafür, nicht politisch festgesetzte Preise. Die Unabhängigkeit von der Finanzpolitik müsse erhalten bleiben. Die 50-prozentigen Direktzahlungen an den Bauern seien keine Nachhaltigkeit.

Politisch unabhängig

Er meine, die Milcherzeugergemeinschaften tendierten in Richtung BDM. Der Bayerische Bauernverband baue auf die Weltmarktordnung und die Hilfen des Staates; eine gemeinsame Marktordnung sei oberstes Ziel. Man solle die politische Unabhängigkeit auch im Landkreis wahren, so Gilch.

"Die Menschen erkennen, dass sie die Bauern brauchen", sagte Georg Janßen abschließend.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.