Christine Gradl gewinnt dritten Preis bei Wettbewerb zu Frankfurter Buchmesse
Hirschauer Heiku gefällt der Jury

Hirschau. Christine Gradl hat mit dem Haiku "Blechkarawanen weisen den Weg nach Süden für die Zugvögel" den dritten Platz beim 1. Deutschen Internet Heiku Wettbewerb gewonnen. Der veranstaltete "Haiku-Verlag" mit Sitz in Hamburg wird in Hirschau lebenden Christine Gradl am heutigen Freitag anlässlich der Frankfurter Buchmesse den Preis verleihen.

Wie der Verlag mitteilte, lief der Wettbewerb von Mai bis August diesen Jahres. In diesem Zeitraum waren auf den Internetseiten des Veranstalters fast 1000 deutschsprachige Haiku aus über zehn Ländern eingegangen, darunter auch ein Werk von Christine Gradl aus Hirschau. "Die Qualität der Haiku hat mich sehr überrascht", so der Philologe und Japanologe Professor Dr. Ekkehard May, der als Jurymitglied die Preisträger mit ausgewählt hat.

Die in Vilseck geborene und in Hirschau lebende Christine Gradl hat den dritten Preis bei diesem Wettbewerb gewonnen. Gradl schreibt Lyrik und Kurzprosa, hat mehrer Bücher sowie Beiträge in Literaturzeitschriften veröffentlicht.

Zur Buchmesse werde nach Angaben des "Haiku-Verlages" eine Anthologie mit den 77 schönsten Haiku des Wettbewerbes erscheinen. Darin enthalten wird zudem ein Essay von Professor Ekkehard May über die Parallelen zwischen klassischer japanischer Haiku-Dichtung und dem deutschsprachigen Haiku der Gegenwart sein.

Das Haiku (Plural: die Haiku) ist eine Jahrhunderte alte japanische Gedichtform. In seiner klassischen Tradition, die bis heute in Japan gilt, ist das Haiku vor allem Natur- und Jahreszeitendichtung. Es besteht aus siebzehn Silben, aufgeteilt in drei Zeilen zu jeweils fünf, sieben, fünf Silben. Große Meister-Haiku bestechen durch ihre schlichte Ästhetik, mit der es dem Dichter gelingt, einen Augenblick menschlichen Erlebens in Worte zu fassen, der beim Leser nachklingt. Weltweit schreiben täglich mehrere Millionen Menschen Haiku in ihren vertrauten Sprachen.