Demonstranten beiderseits der Grenze fordern Verzicht auf südöstliche Umgehung von Cheb
Gemeinsam gegen Lkw-Transit

Die Demonstranten fordern eine Sperrung des Lkw-Durchgangsverkehrs durch die Innenstädte. Mit dabei war die Waldsassener Bürgerinitiative mit ihrem Sprecher Ludwig Wolf (Zweiter von links). Bild: jr

Da sind sich viele Menschen aus Waldsassen und Eger (Cheb) einig: Gemeinsam demonstrierten am Samstag zwei Bürgeraktionen an der Grenze für eine Verbannung des Transit-Lkw-Verkehrs über 7,5 Tonnen aus der Egerer Innenstadt und vom Grenzübergang Heiligenkreuz.

"Damit wird ein wesentlicher Beitrag zu mehr Lebensqualität und für den Umweltschutz in beiden Städten geleistet", hieß es. Gemeinsam wandten sich die Teilnehmer gegen den Bau der südöstlichen Umgehung von Eger, denn damit würde der Transitverkehr noch mehr zunehmen. Gekommen waren zehn Vertreter der Waldsassener Bürgeraktion "Mitmachen lohnt - Echte Umgehung - Tatsächliche Entlastung" und dreißig Demonstranten aus der Region Eger von der Bürgerinitiative "Für menschenfreundliches Pogradt (Podhrad)". Ludwig Wolf versicherte den Freunden seine Solidarität. "Wir sind eine Bürgerinitiative und setzen uns zum Wohle unserer Mitmenschen ein." Verkehrsbelastungen durch Feinstaub, krebserregende Dieselabgase und Lärm gefährdeten die Gesundheit. Dabei seien nicht nur die direkten Anwohner betroffen.

Wolf prognostizierte: "Wenn die Autobahn Eger mit der Autobahn Mitterteich erst einmal verbunden ist, befahren schätzungsweise monatlich 30 000 bis 40 000 Schwerlastfahrzeuge diese Straße. Es handelt sich also um keine einfache Straße, sondern um eine Ost-West-Magistrale für internationalen Schwerlastverkehr." Der Sprecher der Waldsassener Bürgerinitiative sah Politiker und Straßenplaner in der Pflicht, vor allem auch die Gesundheit der Menschen zu schützen. "Eine Straße, die Ortsteile durchschneidet, ist dafür nicht die richtige Lösung. Nur eine echte Umgehung außerhalb der Stadt ist sinnvoll."
Lob galt der Stadt Eger, die bereits eine Nordumgehung über Schirnding und Marktredwitz hat. Wolf hielt es für fraglich, dass die EU eine zweite zusätzliche Südumgehung bezuschussen wird, nachdem schon beim ersten Projekt EU-Gelder geflossen sind. Er forderte die Stadt Eger auf, den Schwerlastverkehr aus der Innenstadt zu verbannen. Dies, so Wolf, wäre ohne weiteres möglich, damit wären alle Probleme gelöst.

Weiter betonte Wolf, dass auch die Stadt Waldsassen eine Sperrung für Lastwagen über 7,5 Tonnen aus der Innenstadt beantragt hat. Für die Egerer Bürgerinitiative sprach Pavel Pagac. Er erinnerte an die gemeinsame Vergangenheit, als zunächst nur Fußgänger und Radfahrer die deutsch-tschechische Grenze passieren durften und erst später die Autos. Pagac wusste von den Problemen der Waldsassener mit dem gegenwärtigen Transitverkehr durch ihre Innenstadt. "Gemeinsam wollen wir gegen Schwerlastfahrzeuge durch die Städte Eger und Waldsassen protestieren."

In der Demonstration sah der Sprecher einen Aufruf an die zuständigen Behörden beider Länder. Die Stadt Eger müsse Lkw auf die nördliche Umgehung umleiten, forderte Pagac. Dort gebe es eine optimale Verkehrsanbindung über Pomezi/Schirnding zur A 93. Eine südöstliche Umgehung für Eger halten die Demonstranten für reine Geldverschwendung.
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