26.08.2009 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Denkmalgeschützte Linde muss gestutzt werden - Gefahr für Kirche Sorgenvoller Blick in die Krone

von Redaktion OnetzProfil

Umgeben von alten, knorrigen Kastanien und Linden thront die Wallfahrtskirche St. Anna hoch droben über Neustadt. Doch die Idylle ist momentan gefährdet: Einer der Bäume ist vom Pilz befallen und stellt ein beträchtliches Sicherheitsrisiko für die Kirche dar. Stadt und Landratsamt müssen geeignete Maßnahmen ergreifen.

"Wir wollen handeln, aber die Schritte sollen sinnvoll sein. Deswegen müssen wir Fachleute heranziehen", beschreibt zweiter Bürgermeister Heinrich Maier die Situation.

Wie festgestellt wurde, ist ein Ausschneiden der befallenen Linde nötig. Ob das jedoch ausreicht ist unklar, womöglich muss sie eines Tages gefällt werden, um die Gefahr zu bannen. Nicht nur wegen des Kirchleins, sondern auch aufgrund des nahen Straßentunnels macht sich das Rathaus Sorgen. Als Vorsichtsmaßnahme kontrollieren Fachleute die Bäume nun zweimal jährlich.

Angefangen hat alles, als Siegfried Witt, der sich ehrenamtlich um die Grünanlage der Kirche in Mühlberg kümmert, einen großen Ameisenhaufen am Fuße der Linde fand. Er alarmierte die zuständigen Stellen. Wie sich herausstellte, hatten sich die Insekten eingenistet, weil der Baum vom Brandkrustenpilz befallen war, der das Holz langsam zersetzt. Dadurch wird der Baum instabil und könnte schlimmstenfalls umstürzen.
"Es ist stets bedauerlich, wenn man einen alten Baum angreifen muss", meint Karlheinz Budnik vom Landratsamt. Ungefähr 120 Jahre hat die etwa 30 Meter hohe Linde schon auf dem Buckel, vor fast genau 70 Jahren, am 18. Februar 1939 wurden sie und die anderen Bäume rund um die Kirche zum Naturdenkmal erklärt.

Bisher ist nur ein Baum befallen, eine Ansteckung der anderen kann nicht ausgeschlossen werden. Der Pilz dringt an Schadstellen ein und breitet sich in Stamm und Wurzeln aus. Schlimm an dem Schädling ist, dass er das befallene Gehölz irreparabel schädigt. "Was kaputt ist, bleibt kaputt", bestätigt Budnik. Als einzige Möglichkeit sehen die Fachleute , die Krone zu kürzen und darauf zu hoffen, dass die Linde neu austreibt. Die Stadt hofft, dass sie einen Teil der Kosten von rund 1000 Euro ersetzt bekommt, weil die Ausgabe auch der Sicherheit auf dem Autobahnzubringer dient.

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