15.10.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Der umtriebige Künstler hinterlässt in seiner Heimat vielfältige Spuren - "Airparc" in Esslingen Die bunte Welt des Wilhelm Koch

Wo er hinkommt, da hinterlässt er Farbtupfer: Die Ortschaft Etsdorf ist ein ganzes Stück bunter geworden, seit Willi Koch auf die Welt gekommen ist. Der Brunnen am Dorfplatz, die Asphaltkapelle - der Künstler hat in seinem Heimatort Spuren hinterlassen.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Nicht nur in Etsdorf. Seit fast zehn Jahren reckt sich in Amberg der Vesuna-Turm gen Himmel - ebenfalls ein Werk Willi Kochs. Dichterlesungen, das 1. deutsche Rasenmähertreffen, das Projekt "Kunst im Tagebau", das Amberger Gummeum und seit Neuestem der "Airparc" in Esslingen - allesamt initiiert und umgesetzt von dem Künstler aus Etsdorf.

Vier Mitstreiter

In Amberg betreibt er zusammen mit vier Mitstreitern das Büro Wilhelm - ein "Büro für Design", wie Willi Koch selbst sagt. Dort können sich alle unter die Arme greifen lassen, die eine Kreativitäts-Spritze brauchen. Plakate und Kalender werden da entworfen, Bildbände, Plätze, Brunnen, kleine und große Bauwerke.

Auch die Estdorfer Asphaltkapelle ist in der Kochschen Ideenschmiede entstanden. Ursprünglich gedacht für die Oberbayerischen Tage der Kultur, stand der Kapellenbau aus purem Straßenasphalt zunächst neben der Gnadenkapelle in Altötting. Nach Ende der Ausstellung holte Koch das Bauwerk an einen Waldrand bei Etsdorf.

Dort ist das "Kapellerl" mittlerweile Anziehungspunkt für Kunstliebhaber und Gläubige gleichermaßen. Zum zweiten Mal veranstalteten Koch und der Etsdorfer Pfarrgemeinderat nun schon die "Asphaltkirwa", ein gemütliches Waldfest mit einer Andacht und sogar einer Fahrzeugweihe. Die Asphaltkapelle ist mittlerweile auch bei denen akzeptiert, die sie wegen ihrer unkonventionellen Bauart zunächst abgelehnt hatten.

Etwas aus dem Rahmen

"Manche haben gesagt, die Kapelle ist ihnen zu klein, anderen war sie zu schwarz", erzählt Koch. Die Leute müssten erst seine ganz persönliche Beziehung zu der etwas anderen Kirche entwickeln, bevor sie sie schätzen und sogar lieben. Das sei bei Kunstwerken oft der Fall, insbesondere wenn sie "etwas aus dem Rahmen fallen". Aber dafür sei Kunst ja da.

Sicherlich auch nicht im herkömmlichen "Rahmen" bewegt sich Kochs nächstes Projekt: Er will die Münchner Glyptothek nachbauen und mitten in die Oberpfalz - nach Etsdorf - stellen. Die Pläne sind bereits fertig. Jetzt läuft die Suche nach einem geeigneten Grundstück. "Irgendwo weit oben wäre schön", sagt Koch. Die Oberpfalz hätte ihre zweite Walhalla.

Zur Zeit ist Koch aber mit anderen Dingen beschäftigt. Er baut für den Festo-Konzern in Esslingen einen "Airparc", ein Kunstprojekt zum Thema Luft mit 24 Installationen. Da blasen sich Gummisäcke auf, werden künstliche Tornados entfesselt, Blasebälge getreten, Luftduschen genommen und Propeller bewegt.

Dozent in München

Außerdem hat ihn die Akademie der Bildenden Künste in München als Dozent eingespannt. Zusammen mit einer Gruppe von Studenten nimmt sich Koch die Parkanlagen der Landeshauptstadt vor. Komische Schilder stellt er dort auf, seltsame Sitzbänke und ungewöhnliche Plakate und hinterlässt nicht nur Spuren, sondern vor allem staunende Menschen.

Weitere Informationen im Internet: www.buerowilhelm.de

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