Doch auch Natur profitiert: Stadt, Forstamt und Grundeigentümer eröffnen Tannenbergweg
Wegeausbau nützt Waldbesitzern

Was lange währt, wird endlich gut: Schon in den 1970ern gab es Diskussionen über einen Ausbau des Tannenbergwegs, nun ist der modernisierte Nordabschnitt fertig (von links): Projektleiterin Katrin Lüdtke, Revierleiter Andreas Arnold, Baufirmenchef Karl Liegl, Forstamtsrat Martin Gottsche, Forstoberrat Moritz Neumann, Bürgermeister Konrad Merkl, Forstamtsleiter Dr. Siegfried Kiener, Bautechniker Reinhold Sternkopf. Bild: bjp

"Heute ist ein Freudentag. Wir stehen am Tannenberg und haben Grund zu feiern." Bürgermeister Konrad Merkls Stoßseufzer hatte seinen Grund: Über drei Jahrzehnte hatte der Ausbau des Tannenbergwegs für Diskussionsstoff zwischen Forstverwaltung, Stadt und Waldbesitzern gesorgt. Doch nun haben alle Beteiligten einen Schnitt vollzogen - im wahrsten Wortsinn.

Mit dem Durchschneiden des symbolischen Absperrbands wurde der ausgebaute 1455 Meter lange Erschließungsweg durch den "Ortswald" zwischen Altendorf und Döllnitz seiner Bestimmung übergeben. Durch ihr Ja zu der 2011 angebahnten Einigung über Ausbaufinanzierung und Unterhalt hätten die 15 Grundeigentümer in ihrem eigenen Interesse entschieden, unterstrich Merkl: "Ohne derart ausgebaute Forstwege ist die Bewirtschaftung von Wäldern nur eingeschränkt oder fast überhaupt nicht möglich."

Lob für den Kämmerer

Forstverwaltung und Stadt sei es gelungen, die finanzielle Beteiligung der Anlieger auf ein Mindestmaß zu reduzieren, freute sich Konrad Merkl. Aus Landesmitteln seien 68, aus der Stadtkasse weitere zehn Prozent der Baukosten als Zuschuss geflossen. Das angesetzte Kostenvolumen von 60 000 Euro habe lediglich durch den zusätzlichen Einbau von Schrobben an Vernässungsstellen geringfügig vergrößert werden müssen. Für die solide Finanzplanung dankte der Bürgermeister auch Stadtkämmerer Josef Stock, der viel Zeit und Einsatz darauf verwendet und etliche Stunden seiner Freizeit geopfert habe.
Derzeit laufe die Planung für einen weiteren Ausbau auf dem Eichelberger Rangen. Es sei zu wünschen, dass sich auch dort die Landwirte von den Vorteilen einer solchen Maßnahme überzeugen ließen. Welche dies sein können, führte der Leiter des Weidener Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Dr. Siegfried Kiener, aus. Er verwies nicht nur auf den forstwirtschaftlichen Nutzen, sondern auch auf die erhöhte Attraktivität als Fuß- und Radwanderweg. Viele Menschen könnten "anregende Sinneseindrücke und Erholung vom Alltagsstress" im Waldgebiet finden.

Auch der Natur solle der Wegausbau nützen, hob Kiener hervor: "Die Randstrukturen mit unterschiedlichen Boden-, Wasser- und Lichtverhältnissen schaffen auf engstem Raum unterschiedliche Biotope und damit Artenvielfalt." Die Neugestaltung folge mithin den Regeln einer modernen "Waldkultur" im Sinne naturverträglicher und nachhaltiger Waldnutzung, zu deren Zielen gehöre, die Tier- und Pflanzenvielfalt zu bewahren. Den Segen Gottes erbaten Stadtpfarrer Edmund Prechtl und sein evangelischer Kollege Dr. André Fischer aus Grafenwöhr.

Bild für Jesus

Sie erinnerten daran, dass im Sprachgebrauch von Bibel und Christentum der Weg ein beliebtes Bild sei. Jesus selbst habe sich als "der Weg" zu Gott offenbart. Mit einer von der Baufirma Liegl gestifteten Brotzeit schloss die Zeremonie.
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