20.01.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Dorrer AG unterm Hammer - Erster Termin zur Zwangsversteigerung beim Amtsgericht Amberg Viele Zuhörer, aber kein Käufer

Der erste Akt ging am Mittwochvormittag recht unspektakulär über die Bühne. Die Vertreter zweier Banken und viele Zuhörer waren zum ersten Zwangsversteigerungstermin der ehemaligen Neunburger Dorrer AG ins Amberger Amtsgericht gekommen. Herausgekommen ist dabei nichts, das Verfahren muss ein zweites Mal angesetzt werden.

von Michaela Lowak Kontakt Profil

Pünktlich um 9 Uhr begann die Versteigerung. Rechtspfleger Josef Auer verlas die Zahlen und Informationen, die für einen möglichen Bieter von Interesse sein könnten. So liegt der Verkehrswert des gesamtes Dorrer-Areals bei 5,604 Millionen Euro. Das Büro Rebhan aus Sulzbach-Rosenberg hat dazu ein Gutachten erstellt. Zu den Gläubigern zählen neben der Sparkasse im Landkreis Schwandorf die HypoVereinsbank München und die Stadt Neunburg.

Mietverträge bestehen mit dem Autohaus Nißl, dem Autohaus Joachim Bücherl und der Firma F.EE. Die Firma Wollender und Troidl hätten Freiflächen angemietet. Diese Verträgen seien noch zu Lebzeiten von Rechtsanwalt Ekkehard Winkler geschlossen worden. Mittlerweile ist die Nürnberger Anwältin Mechthild Bruche neue Insolvenzverwalterin. Sie ließ sich am Mittwoch von einem Mitarbeiter vertreten. Der Rechtspfleger wies außerdem auf den Altlastenverdacht hin, der im Gutachten nieder geschrieben ist.

Um 9.21 Uhr begann die halbe Stunde, in der potentielle Käufer ihr Gebot abgeben konnten. Dieses musste mindestens 41 550 Euro betragen. Der Betrag würde theoretisch die Ansprüche der Stadt Neunburg (2208 Euro Grundsteuer) und die Kosten des Verfahrens abdecken.

"Die Belange von öffentlichen Kommunen haben Vorrang", erklärte Josef Auer. Doch praktisch ist eine ganz andere Zahl relevant. Wer das Dorrer-Gelände ersteigern will, muss mindestens fünf Zehntel des Verkehrswertes bezahlen, das sind 2,802 Millionen Euro. In diesem Fall haben die Banken sogar sieben Zehntel (3,922 Euro) beantragt.

Während sich fast alle Zuschauer die 30 Minuten auf dem Gang vertreiben, wartet der Rechtspfleger auf Angebote. "Selbst wenn ich alleine hier sitze, muss die halbe Stunde eingehalten werden", so Auer. Kurz vor dem Ablauf der Frist gibt Christian Stiegler, ein Sparkassen-Vertreter, sein Angebot ab - 42 000 Euro, ein Betrag knapp über dem Mindestsatz. Um 9.51 Uhr läuft die Zeit des Bietens ab. "Zum ersten, zum zweiten und zum dritten."

Der Vorhang fällt, doch das Gelände kann zu diesem Betrag nicht verkauft werden. "Ein neuer Versteigerungstermin wird bekannt gegeben", schließt der Rechtspfleger die Verhandlung.

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