Dr. Angela Wirsing bietet am Sonntag spannende naturkundliche Wanderung an - SRZ-Interview
Einblicke in den Untergrund der Heimat

Die geologischen Besonderheiten in und um Auerbach sind Thema einer naturgeschichtlichen Wanderung am kommenden Sonntag. Dr. Angela Wirsing begibt sich mit interessierten Wanderern auf die Spurensuche und erzählt, warum es hier Eisenerz gibt, was es mit dem Sandstein auf sich hat und was das besondere an den Auerbacher Kellern ist.

Anreiz für Erzexpress

Dr. Wirsing bietet diese Geo-Naturtouren und auch geologische Stadtführungen in Franken und der Oberpfalz an. Auch die Auerbacher Tour soll künftig öfter angeboten werden. Grund hierfür ist auch einen Anreiz für den Erzexpress des VGN zu schaffen, der ab Mai 2011 je dreimal von Neuhaus in Richtung Pegnitz und in umgekehrter Richtung insgesamt sechs mal beim Bergbaumuseum Maffei halten wird. Die Stadt Auerbach hat den Anstoß zu dieser Neuerung gegeben, um auch das Museum auf Maffei besser ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Dorthin führt die Geotour am Sonntag ebenfalls.

Die SRZ sprach mit der Dr. Angela Wirsing über diese "Premieren-Wanderung."
SRZ: Wo liegen die Schwerpunkte der Geotour?

Dr. Angela Wirsing: Ein Zeitsprung, bzw. eine Zeitreise durch fast 100 Millionen Jahre Erdgeschichte auf engstem Raum beziehungsweise auf neun Kilometern. Einfach mal mit anderen Augen durch und um die Stadt herum gehen.

Auf dem Gottvaterberg waren bestimmt schon viele, aber unter geologischen Gesichtspunkten vermutlich die wenigsten. Beispielsweise warum er höher liegt als etwa die gleichaltrigen Felsen bei Saaß...

Was haben die Auerbacher Keller mit einer Geotour zu tun?

Dr. Angela Wirsing: Es handelt sich auch um eine kleine Wortspielerei. "Auerbachs Keller" ist dank Goethe ein geläufiger Begriff in der Literatur.

Der Auerbacher Kellersandstein, in dem viele örtliche Keller angelegt wurden, ist eines der jüngsten Gesteine aus der Kreidezeit in der Oberpfalz bzw. Nordostbayern.

Was zeichnet das hiesige Gebiet geologisch aus?

Dr. Angela Wirsing: Seine besondere Lage, gewissermaßen am Rande einer Knautschzone, hat zu einem neben- und übereinander von unterschiedlich alten Gesteinsablagerungen geführt und im Laufe der Jahrmillionen auch zur Entstehung der einst bedeutenden Eisenerzvorkommen.
Es ist zwar nur ein kleiner Ausschnitt auf der geologischen Karte Deutschlands, die aber ohne die Auffaltung der Alpen teilweise anders aussehen würde, vor allem in Nordbayern.

Wie oft werden Sie die Tour anbieten?

Dr. Angela Wirsing: Als geführte Tour für jedermann einmal pro Jahr oder alle eineinhalb Jahre (Frühjahr oder Herbst). Für feste Gruppen auch ganzjährig, nach Absprache.

Wird es immer die gleiche sein oder gibt es hier um Auerbach mehrere geologische Themen, die einzelne Touren möglich machen?

Dr. Angela Wirsing: "Best of Auerbach" ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die spannende geologische Geschichte um Auerbach für jeden verständlich aufzuzeigen und auch vor Augen zu führen.

In Vorbereitung für das kommende Jahr sind Themen wie Farberde-Abbau, tropische Verwitterung (ja auch die gab es einmal bei uns) und ihre vielfältigen Erscheinungsformen, Trinkwasser und vielleicht noch das eine oder andere mehr.
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