23.05.2006 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

E-Jugend des SV Freudenberg spielt bei Mini-Fußball-WM als Australien mit Für die "Kängurus" kicken

Aus den Lautsprechern des Freudenberger Sportheims dröhnt die australische Nationalhymne und der zehnjährige Lukas Dotzler trägt ein Stoff-Känguru unter dem Arm: Die Nachwuchsfußballer aus der E-Jugend sind seit Tagen ganz auf den Kontintent "Down under" fixiert.

von Autor (gri)Profil

Bei der bayerischen Mini-Fußball-WM schlüpfen die zehn Jungs und das einzige Mädchen im Team, Steffi Meiler, in die Rolle der australischen Nationalmannschaft. Wie die großen Vorbilder treten dabei 32 Jugendmannschaften aus dem ganzen Freistaat gegeneinander an.

"Letzter werden wir garantiert nicht", zeigt sich Mike Szlufcik (10) sicher. Das wäre vielleicht der echten australischen Nationalmannschaft bei der Original-WM zuzutrauen, nicht aber dem SV Freudenberg bei dieser Konkurrenz.

Verschärftes Training war deshalb in den vergangenen Tagen auf dem Sportplatz angesagt. Zur Qualifikation reichte den Freudenbergern noch die Umsichtigkeit einer Fußballer-Mama und das entscheidende Quäntchen Glück: Ute Hirsch hatte das Team als eines von 800 beim Bayerischen Rundfunk in München angemeldet. Das Los entschied. Und als eines von 32 Teams wurde schließlich die E-Jugend des SV Freudenberg gezogen.

Der Anpfiff steht unmittelbar bevor: Am Samstag, 27. Mai, geht im niederbayerischen Osterhofen ab 15 Uhr die Vorrunde über die Bühne. Australien - also der SV Freudenberg - spielt in der Gruppe F gegen so namhafte Mannschaften wie Brasilien (TSV Neutraubling), Kroatien (TSV Bernhardswald) und Japan (ASV Neumarkt). Auch hier überwiegt nüchternes Kalkül bei den jungern Kickern: "Brasilien hört sich zwar gut an", sagt der zehnjährige Simon Daucher. "Aber wenn der TSV Neutraubling dahinter steckt, ist das ja was anderes."

Gerne hätten die Schützlinge von Trainer Wolfgang Hirsch und Betreuer Hans Dotzler natürlich für die deutsche Nationalelf gespielt. Aber so ist das nun mal im internationalen Sportgeschäft: "Wenn es sein muss kicken wir auch die Deutschen raus", meint Johannes Köbler (10). Der TSV Oerlenbach (Kreis Bad Kissingen, Unterfranken) zog das große Deutschland-Los. Die Freudenberger haben sich unterdessen voll und ganz auf Australien eingeschossen. Und glänzen mit Wissen über das riesige Land.

"Australien hat 20 Millionen Einwohner", kommt es wie aus der Pistole geschossen. "Und es ist 962 000 Quadratkilometer groß." Einer kennt sogar Canberra, die Hauptstadt, und ein anderer Sydney. "Da gibt's eine große Oper". Nur mit der "komischen Trompete", die eines der Nationalinstrumente Australiens sein soll, gibt es leichte Schwierigkeiten. Das "Digeridoo" hat halt doch noch keinen Eingang in die Oberpfälzer Kirwamusik gefunden.

Weiter in Neumarkt

Wenn sich die Freudenberger für die Finals qualifizieren, dürfen sie am Pfingstsonntag, 4. Juni, nach Neumarkt in das ASV-Stadion reisen. Bürgermeister Norbert Probst hat den Jungs bereits versprochen, persönlich am Spielfeldrand zu stehen und sie anzufeuern. "Das ist eine ganz hervorragende Sache", schwärmt er und hat umgehend den Schulbus der Gemeinde als Mannschaftsbus zur Verfügung gestellt.

Wenn die E-Jugend weiterkommt, darf sie nicht nur auf den Bürgermeister, sondern eine ganze Fan-Karavane aus Freudenberg hoffen. Weitere Infos im Internet: www.br-online.de/bayern1/thema/miniwm.

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