Eine grandiose Vorstellung: Die Katholische Theatergruppe präsentiert im Jugendheim den ...
Stimulierende Substanzen gegen drohende Schulschließung

Wolfgang Bräutigam ist als Autor pfiffiger Volksstücke (fast) zu jeder Schandtat bereit: ein dreister Einbruch in der Apotheke, bei dem "stimulierende Substanzen" gestohlen werden, ein längerer Stromausfall in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt. Schließlich steht die Zukunft der Schule auf dem Spiel.

Erfindungsreichtum ist also angesagt. Und der war reichlich vorhanden beim Theaterstück "Im Dunkeln ist gut munkeln", mit dem die Katholische Theatergruppe von Freitag bis Sonntag geglänzt hat.

Ganz aktuell greift Hobbydramaturg Wolfgang Bräutigam das Thema "Schließung der Grundschule" aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen auf. In seinem Stück fehlen in den kommenden Schuljahren etwa fünf Kinder pro Jahrgang, damit eine ganze Klasse und somit die Bildungsstätte erhalten bleiben kann.

Um das Fiasko zu verhindern, beruft die Apothekerin und Gemeinderätin Ulrike von Schönberg (Claudia Wolf) ohne Wissen des Bürgermeisters Max Gold (Matthias Hörl) in dessen Haus einen Krisenstab ein, dem neben der Frau des Bürgermeisters (Christine Wiesend) und dem Ortsgeistlichen Pater Bonifaz (Christian Merkl) auch der Hausmeister der Grundschule (Tobias Wolf) sowie Elfriede Bayer (Gabi Merkl) angehören.

Es gibt einen regen Gedankenaustausch, wie man für mehr Nachwuchs bei den jungen Leuten in Dorf sorgen kann. Das Betreuungsangebot für junge Mütter mit Kindern soll ausgeweitet werden. Auch eine Kinderprämie, eine Kindergartenerweiterung sowie der Bau von Spielplätzen wird ins Auge gefasst.

Schließlich wird eine Interessengemeinschaft gegründet, die auch einige Aktionen mit sich bringt. Opa Hermann (Wolfgang Bräutigam), dem extreme Schwerhörigkeit nachgesagt wird und seine Nachbarin Therese Eisenreich (Karin Wiesend) arbeiten derweil an eigenen Plänen.

Plötzlich fehlen nach einem Einbruch in der Apotheke 1000 Viagra-Pillen. Und seitdem haben manche Männer nach dem Genuss des "Dostler-Bieres" merkwürdige Anwandlungen. Ziemlich fatal wird es für den Bürgermeister sowie für den Parteifreund Johann Stein (Horst Böhm). Sogar bei Pater Bonifaz stellen sich ungewöhnliche Zustände ein - als plötzlich alle Lichter ausgehen und auch kein Fernsehapparat mehr funktioniert.

Der Autor und passionierte Schauspieler Wolfgang Bräutigam lässt in seine Dialoge jede Menge Wortwitz einfließen, was vom Publikum mit schallendem Gelächter honoriert wird: "Wenn die Grafenwöhrer Schüler in Pressath zur Schul' genga, mains Tschechisch lerna", hieß es da.

Außerdem müsse der Papst künftig zu den Stadtratssitzungen in Grafenwöhr eingeladen werden, da Benedikt XVI. kürzlich verkündet hatte, "dass er dahin kommt, wo die Not am größten ist". Auch wurde der Unterschied zwischen einem Politiker und einem Telefonhörer erklärt: "Den Telefonhörer kann man wenigstens aufhängen, wenn man sich verwählt hat."

Auch als Schauspieler war Wolfgang Bräutigam wieder in einer Paraderolle zu sehen. Jede Geste und jeder Satz von Opa Hermann saß. Das "Dunkel-Munkel-Team" zeigte insgesamt eine herausragende Leistung, nicht zuletzt Nachwuchsdarsteller Christian Merkl. Text und Kutte des Pater Bonifaz waren ihm praktisch auf den Leib geschneidert.

Weitere junge Neulinge waren Florian Danninger als Bürgermeistersohn Robert und Katharina Roith alias Sylvia Buch, die angehende Redakteurin, "die nichts sagt, sondern lieber schreibt". Wie sich's eben für für einen ordentlichen Zeitungsmenschen gehört.