24.02.2012 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Energiewende Thema beim politischen Aschermittwoch der CSU - Gastredner von Eon Bayern: Bayern besser als Amerika

"Die Energie der Zukunft braucht Netze der Zukunft". Zum Erreichen von Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit müsse die Akzeptanz der Bürger bei der Verlegung und dem Aufbau eingefordert werden. Unter diesen Aspekten betrachtete Christoph Henzel von der Regionalleitung der Eon Bayern die Energiewende beim politischen Aschermittwoch der CSU.

von Walter BeyerleinProfil

CSU-Vorsitzender Roland Rauch erklärte, in der Schlosswirtschaft, dass es zum guten Brauch gehöre, aktuelle Themen zu beleuchten. Antworten auf spezielle Fragen zur Energiewende und vor allem deren Bezahlbarkeit, Erläuterungen zum Bau von Windkraftanlagen in der Nordsee in Verbindung mit der Verlegung von Leitungen seien für die Bürger von Bedeutung. Deshalb habe der CSU-Ortsverband das Thema "Energiewende - aus Sicht eines Netzbetreibers" ausgewählt.

Henzel erinnerte bei einem kleinen geschichtlichen Rückblick, dass erneuerbare Energien schon immer bei den Menschen eine große Bedeutung gehabt hätten. "Windmühlen hat es bereits vor Christus gegeben, Sonnenstrahlen sind zum Trocknen und Bleichen von Wäsche benutzt worden."

Eon Bayern sei mittlerweile ausschließlich Netzbetreiber. In dieser Funktion müsse man den Bürgern näherbringen, dass Opfer für die Energiewende notwendig seien und auch neue Masten akzeptiert werden müssten. Henzel warnte in seiner Eigenschaft als Regionalleiter davor, die eigene Kommune als "energieautark" einzustufen. Dazu gehöre nämlich, zu jeder Sekunde alle notwendigen Energieleistungen erbringen zu können.

"Falsche Auslegung"

Die Bezeichnung "energieautark" habe gegenwärtig nur einen finanziellen Hintergrund und sage nichts über die tatsächliche Energieversorgung aus. Die falsche Auslegung führe dazu, dass den Bürgern die Verlegung neuer Leitungen schwer zu vermitteln sei. Es stelle sich jetzt die Frage, wie es mit der Energie weitergehe. Die Antwort darauf sei Photovoltaik und andere erneuerbare Energien. Als Folge müsse das Netz ausgebaut werden, um die erzeugte Energie weiterleiten zu können. In Bayern beläuft sich nach den Worten Henzels der Anteil der regenerativ erzeugten Energie auf 28 Prozent. Das Ziel der Bayerischen Staatsregierung bis zum Jahr 2021 sei, diesen Anteil auf 50 Prozent zu erhöhen. Dies müsse durch Erhöhung der Wasserkraftnutzung, aus Biomasse, aus Photovoltaik und Windkraft erfolgen.

Lücke bei Grundlast

Wichtig sei, die sogenannte Lücke bei der Grundlast als Resultat der Außerbetriebnahme von Atomkraftwerken zu schließen, erklärte Henzel. Gelinge das nicht, müsse oftmals auf die sogenannte "Kaltreserve" zurückgegriffen werden. Es handle sich hier um Anlagen, die nicht in der normalen Energieerzeugung vorgesehen seien, erklärte Henzel.
Im Netzgebiet der Eon Bayern seien derzeit Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 4300 Megawatt installierter Leistung vorhanden. Damit würde auf diesem Gebiet die gesamte vergleichbare Leistung in den USA übertroffen. Mit den bestehenden Photovoltaikanlagen sei Bayern innerhalb Deutschland der Branchenprimus. Im Gegensatz dazu die Windkraft: Hier belege Bayern einen der letzten Plätze.

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