21.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Erinnerungen an das Straßenbauprojekt Nasnitz-Penzenreuth vor 50 Jahren - Auch Breitenstein ... Zwei Gemeinden verbessern ihre Verbindung

Die steinerne Anlage um die Kapelle am Breitenstein errichtete der Pegnitzer H. Grellner vor einigen Jahrzehnten. Auf dem Bild aus dem Jahr 1988 ist die kleine Steffi zu sehen, die gerne den Klang der Glocke hörte. Jemand anders offensichtlich auch, denn sie wurde noch in jenem Jahr gestohlen. Bild: eb
von Autor EBProfil

Bis vor 50 Jahren verband Nasnitz und Penzenreuth nur ein Hohlweg. Der steinige Pfad führte durch Mulden und Senken - keine ideale Strecke für motorisierte Fahrzeuge.

1964 beschloss die damalige Gemeinde Penzenreuth, alle im Ortsbereich liegenden Straßen auszubauen. So kam die Erweiterung des Wegs nach Nasnitz ins Rollen. Die dortigen Gemeinderäte überlegten zwar, ob sie nicht den Ausbau der Ortsstraße vorziehen sollten. Dann entschieden sie, sich mit Penzenreuth zusammenzutun und aus den beiden Projekte eines zu machen.

Treibende Kraft war zu jener Zeit Bürgermeister Josef Schleicher. Heute sind alle mit der damaligen Entscheidung zufrieden. Vom Landkreis wurde die Strecke von Nasnitz über Penzenreuth, Lobensteig, Neuhof, Troschenreuth und Thurndorf bis nach Kirchenthumbach als Kreisstraße eingestuft.

Der Straßenausbau auf der Nasnitzer Seite wurde allerdings wegen der schlechten Witterungsverhältnisse auf das Frühjahr 1965 verschoben. Für die vorgesehene Straßenbreite mussten die den Hohlweg säumenden Büsche und Bäume abgeholzt werden. Notwendig waren auch große Erdbewegungen mit 14 000 Kubikmetern. Davon entfielen allein auf Fels 3000 Kubikmeter. Lastwagen brachten den Aushub von der Baustelle weg und luden ihn an der Straße zum Schafsteg, am Schafweg und bei den Schachtäckern ab.

Am 22. Oktober 1965 wurde die neu gebaute Straße von Nasnitz nach Penzenreuth offiziell dem Verkehr übergeben. 2. Bürgermeister Ulrich Winter bedankte sich beim Festessen im Gasthaus Gradl bei den Mitwirkenden für die geleistete Arbeit. Zu der Feier kamen Oberregierungsrat Dr. Rudolf Oberndorfer und Diplom-Ingenieur Dittrich, der Planer des Bauabschnitts. Später stieß Landrat Josef Decker dazu.

Für den Ausbau der Straße bekam die Gemeinde Nasnitz 145 000 DM aus der Kfz-Steuer und 30 000 DM vom Landkreis. Penzenreuth wurde mit 88 000 DM und 13 500 DM aus den beiden Töpfen bedacht.

An der Straße Nasnitz - Penzenreuth befindet sich auf einer Anhöhe der Breitenstein. Von hier aus bietet sich ein wunderbarer Blick über weite Teile der westlichen Oberpfalz und das fränkische Land mit seinen Jurabergen und der Burg Hohenstein. Die Straße, die zu diesem Punkt führt, folgt übrigens einer sehr alten Trasse, die schon in einer frühen Phase der Besiedlung die Flur durchschnitt.

Auf dem Breitenstein steht eine Kapelle, die sich im Besitz von Renate und Herbert Gößwein befindet. Den kleinen Altar ziert ein großes Muttergottesbild; bei jeder Tages- und Nachtzeit brennen Kerzen. Zu verschiedenen Jahreszeiten werden dort auch Andachten gehalten.

An der Stirnseite des kleinen Gotteshauses steht "CB 1700" zu lesen. Nach Rücksprache mit Familie Gößwein-Kraus war der Erbauer dieses Flurdenkmals einer ihrer Vorfahren. Er habe ein Versprechen eingelöst, nachdem ein großes Unwetter in Penzenreuth mehrere Anwesen zerstört, sein Haus aber verschont hatte.

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