22.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Evangelische Landjugend Neukirchen segelt sieben Tage auf einem alten Zweimaster Seemannstaufe im Nordsee-Sturm

Sieben Tage lang besegelte die Evangelische Landjugend Neukirchen auf dem über hundert Jahre alten Zweimaster "Broudertrouw" die holländische Nordsee, das Wattenmeer und das Ijsselmeer. Abends hingen die jungen Leute dann der Frage nach, welchen Kurs sie im Leben einschlagen wollen und in wie weit Gott ihr Steuermann ist.

Begeistert putzten die Jugendlichen die selbst gesammelten Miesmuscheln.
von Redaktion OnetzProfil

Pfarrerin Anja Matthalm und Ehemann Thomas sowie die erfahrenen Skipper Arno und Saskia begleiteten die Evangelische Landjugend Neukirchen auf der "Broudertrouw".

Spannend wurde es gleich am ersten Tag an Bord. Obwohl noch müde von der langen Nachtfahrt im Reisebus, mussten alle "Hände an Deck" zum ersten Segelsetzen. Kaum war das flache Ijsselmeer überquert, verdüsterte sich der Himmel über dem Wattenmeer.

Beeindruckender Teamgeist

Thomas Matthalm beschreibt anschaulich die Seemannstaufe: "Im aufkommenden Sturm mussten alle ran, um an dicken Tauen und eisernen Kurbeln die Segel nach den in das Brausen des Windes gebrüllten Anweisungen der Skipper zu bedienen. Trotz gischtender Wellen und Regenmassen drückte sich niemand vor der harten Arbeit, und mit strahlenden Gesichtern freuten sich alle über das große Lob der Skipper. Diese waren sichtlich beeindruckt vom Teamgeist und dem Zupacken der jungen Oberpfälzer. Während sich der Sturm langsam legte, begannen unter Deck die Vorbereitungen für das Abendessen - wobei recht schnell klar wurde, wie schwierig das Gemüseschneiden bei Seegang ist.

Von den hungrigen Leichtmatrosen unbemerkt, hatte Arno das Flachbodenschiff auf einer riesigen Sandbank inmitten des Wattenmeers trocken fallen lassen. Der Abendspaziergang auf der silbrig-goldenen Insel mit unzähligen Muscheln und blauen Quallen war der unbestrittene Höhepunkt des Tages."

Während des Törns machte die "Broudertrouw" mehrmals zu Landgängen fest. Die Insel Vlieland erkundeten die Jugendlichen auf gemütlichen Holland-Rädern. Auf Terschelling überraschte sie das bunte Treiben eines Kulturfestivals. Am "Groenen Strand" staunten ihrerseits die holländischen Urlauber über die lustigen und akrobatischen Gruppenspiele der Oberpfälzer.

Auf kulinarische Spezialitäten machte Skipper Arno aufmerksam: Muscheln und Seegras. Schlagartig verwandelten sich junge Seeleute in Sammler und Jäger. Am nächsten Tag gab es Miesmuscheln und Herzmuscheln in Hülle und Fülle.

Kopfüber von Bord

Nach einer Nacht auf hoher See, fernab jeder Küste, steuerte der Segler die Insel Texel an. Ihre Einkäufe transportierte die Besatzung stilecht und umweltfreundlich mit dem Lastenfahrrad. Bei bestem Segelwind ging es rasant zurück ins Ijsselmeer. Dort schrubbte die Mannschaft noch das gesamte Schiff gründlich, bevor sie - freiwillig - vom Klüvermast aus kopfüber von Bord ging.

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