22.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Ex-ZDF-Intendant kritisiert die Öffentlich-rechtlichen Stolte vermisst Vielfalt

Der ehemalige Intendant des ZDF, Dieter Stolte. Archivbild: dpa
von Agentur EPDProfil

Dieter Stolte, von 1982 bis 2002 Intendant des ZDF, vermisst eine Auseinandersetzung über die Programme von ARD und ZDF. "Mir tut es weh, wie wenig sich Programmverantwortliche in den letzten Jahren zur inhaltlichen Programmgestaltung vernehmlich geäußert haben", sagte der 79-Jährige dem Evangelischen Pressedienst.

Stolte kritisierte, dass das ZDF die "Mainzer Tage der Fernsehkritik" als "Ort des Austauschs zwischen Verantwortlichen des ZDF, Regisseuren und Produzenten" eingestellt habe. "Die Debatte um den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Systems wird es immer wieder geben", sagte er. "Da ist es besser, sie selbst offensiv zu führen."

Zudem hält der frühere Intendant die Häufung von Krimis im ZDF-Programm für problematisch. Er habe seine Zweifel, ob sich die Publikumsbindung dadurch stärken lasse, sagte er. Das Fernsehen müsse zurückkehren "zum nicht standardisierten Geschichtenerzählen, auch zur erzählerischen Potenz im Sinne von Sozialreportagen unserer Zeit", sagte er. Als Beispiel nannte er den in den 90ern vom ZDF ausgestrahlten Vierteiler "Der große Bellheim" von Dieter Wedel. Dieser sei "seismographisch geglückt im Hinblick auf eine wichtige gesellschaftliche Debatte über die Stellung und die Rolle älterer Menschen". Ein solches "werthaltiges Programm mit vielen Wiederholungsmöglichkeiten" rechne sich "kulturell wie finanziell". ARD und ZDF seien jedoch in Gefahr "ihre Programmgeschichte aus den Augen zu verlieren", warnte er.

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