Familie, Freunde und Weggefährten nehmen Abschied von Altbürgermeister Hanni Haberberger
Trauer um begnadeten Politiker

Eine große Trauergemeinde, darunter viele Freunde und politische Weggefährten des Verstorbenen aus Stadt und Landkreis, nahm am Samstag Abschied von Altbürgermeister Hanni Haberberger. Sein Leben ging, kurze Zeit nach seinem 85. Geburtstag, am letzten Mittwoch zu Ende. Bis aus Frankreich waren Trauergäste angereist, um Hanni Haberberger die letzte Ehre zu erweisen. Auch die US-Army hatte eine Abordnung entsandt.

Dicht an dicht nahmen die Fahnenabordnungen aus zahlreichen Vereinen im Altarraum Aufstellung während der würdevoll gestalteten Eucharistiefeier mit Dekan Dominik Sobolewski und dem Hauptzelebranten Pfarrer Reinhard Stauch aus Bayreuth, einem früheren Kaplan der Pfarrei Auerbach und Freund der Familie. "Er hat Marksteine gesetzt und Spuren hinterlassen, die Auerbach bis heute geprägt haben", würdigte 1. Bürgermeister Joachim Neuß in seiner Trauerrede in der Pfarrkirche St. Johannes die Verdienste Haberbergers.

Freundliche, offene Art

"Hanni, wie er respekt- und liebevoll genannt wurde, ist von uns gegangen und für immer verstummt. Er wird uns nie mehr in seiner freundlich offenen Art begegnen", drückte Neuß Elly Haberberger und ihrer Familie das Mitgefühl und die herzliche Anteilnahme aus. "Mit Hanni Haberberger ist einer der führenden Auerbacher Kommunalpolitiker des letzten Jahrhunderts von uns gegangen und hat als beliebter Mensch lange Zeit als Synonym für Auerbach gegolten." Lebensfroh und ausgewogen, habe er sich gerne und mit ganzer Kraft und seiner Person für Auerbach eingesetzt, und das über 40 Jahre. "Es war Bestandteil seines Lebens". Haberberger habe sich in vielfältiger Weise für seine Heimatstadt auch überörtlich landes- und bundesweit eingesetzt als Mitglied über viele Jahre im Hauptausschuss des Bayerischen und Deutschen Städtetages. In seine Amtszeit seien viele Weichenstellungen gefallen, sein erklärtes Ziel sei gewesen, dass das nach der Gemeindereform vergrößerte Stadtgebiet zu einer Einheit zusammenwächst. Ihm sei viel zu verdanken, was die Stadt und ihre Menschen bereichert habe. "Wir verneigen uns mit großem Respekt vor seinen Leistungen", für die Neuß ein herzliches Vergelt's Gott sagte.
Landrat Richard Reisinger hob das nachhaltige Engagement des Verstorbenen als Mitglied des Kreistags in der Zeit von 1960 bis 2000 hervor. "Nicht aus Langeweile, sondern aus echter Leidenschaft". Davon habe Haberberger 12 Jahre die Geschicke im Altlandkreis Eschenbach und anschließend weitere 28 Jahre im Landkreis Amberg-Sulzbach mitgelenkt. "Ein rekordverdächtiger Einsatz", dankte der Landrat auch Namens seiner Amtsvorgänger sowie der Landtagsabgeordneten Heinz Donhauser und Reinhold Strobl. Dabei habe Haberberger, den er kennen und schätzen gelernt hat, auch stets sein Augenmerk auf seine Stadt gerichtet, wie etwa beim Kampf um den Erhalt des Kreiskrankenhauses.

"Hanni Haberberger hat uns verlassen", betrauerte Serge Bouly, Bürgermeister der Partnerstadt Laneuveville, dessen Ableben. "Ein Mann, der sich sichtlich für seine Mitbürger eingesetzt hat". Die Entscheidung für die Partnerschaft sei eine sehr gute Initiative gewesen, um Verbindungen zu schaffen zwischen Frauen und Männern, die gemeinsam den Weg des Friedens gehen wollen. "Hanni, Du hast mich immer mit Respekt erfüllt und niemals werde ich Dein Strahlen vergessen. Danke für das, was Du für unsere Partnerschaft getan hast", in der Hoffnung, dass sie weiter wächst. Von tiefer Trauer sei auch die Witwe von Pierre Mouchette erfüllt, nachdem er ihr die Nachricht überbracht habe, wie auch all Freunde in Laneuveville mit der Familie Haberberger und den Menschen hier trauern.
Der Tod von Hanni Haberberger hinterlasse eine Lücke im Kreisverband der Christlich Sozialen Union. "Wir haben eine große Persönlichkeit verloren, wir trauern um einen begnadeten Politiker", so der Kreisvorsitzende Dr. Harald Schwartz. Die Anerkennung um das unermüdliche Wirken und Schaffen von Hanni Haberberger brachte auch CSU-Ortsvorsitzender Helmut Zerreis zum Ausdruck. "Er war eine Institution, wir trauern um einen liebenswerten Menschen. Die CSU sei seine politische Heimat gewesen, schon in jungen Jahren war Haberberger der Jungen Union beigetreten.

Als ihrem Ehrenmitglied widmete auch die Kolpingfamilie dem Verstorbenen Abschiedsworte, gesprochen von Annemarie Hartmann. Er habe als überzeugter Christ sein Leben nach den Grundsätzen Adolf Kolpings ausgerichtet. Weit über die Grenzen der Stadt hinterlasse er leuchtende Spuren in seinem beruflichen und politischen Wirken. "Ein Mann mit einer strahlenden Aura, hinter dem eine starke Frau und eine gut funktionierende Familie stand. Seine Lebensgeschichte ist ein Märchen, das von Gottes Hand geschrieben wurde."

Bei vielen Unzulänglichkeiten, wie etwa beim Bau des Kolpingsaales und bei den vielen Hilfstransporten, habe die Kolpingfamilie seine Unterstützung erfahren.
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