14.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Festgottesdienst an Immenstettener Dorfkapelle - Im Jahr 1902 in gotischem Stil errichtet Jeder Erbauer hat eigenen Sitzplatz

Für die Immenstettener Bevölkerung ist es anlässlich des Dorffestes eine Selbstverständlichkeit, dem Gottesdienst unter freien Himmel bei ihrer Kapelle beizuwohnen.
von Alfred SchornerProfil

Als Mittelpunkt des Dorfes steht die 1902 im gotischen Stil erbaute Kapelle in Immenstetten. Hier versammeln sich alljährlich die Angehörigen der Pfarrei Aschach-Raigering und darüber hinaus, um anlässlich des Dorffestes, das die Feuerwehr ausrichtet, einen Gottesdienst zu feiern.

Auch heuer hatten sich unter den Schatten spendeten Bäumen viele Gläubige eingefunden, als Pfarrer Eduard Kroher die Messe unter freien Himmel zelebrierte.

Den Bau der Kapelle, wie sie sich heute zeigt, beschlossen die Bürger Immenstettens 1901. Im Frühjahr 1902 begannen die Arbeiten. Der mit der Errichtung beauftragte Maurermeister Johann Fritsch aus Aschach stellte den Rohbau bis August 1902 planmäßig fertig, ehe im Herbst der Außenputz angebracht wurde. Danach zog sich die Fertigstellung, vermutlich wegen finanzieller Schwierigkeiten, noch einige Jahre hin. An die Zeit der Gotik erinnern die an den Seitenwänden eingebauten vier bleiverglasten Spitzbogenfenster, die mit farbigen Ornamenten versehen sind. Ein kleineres Fenster an der Ostseite im oberen Teil des Altarraumes zeigt die Heilige Dreifaltigkeit. An der Vorderseite der Kapelle über der Eingangstür erhebt sich ein kleiner, schlanker Turm, eine Holzkonstruktion, die mit Kupferblech ummantelt ist. In dessen Innern hängt eine Glocke. Die Turmspitze ziert eine goldene Kugel mit Kreuz.

Beiderseits des Mittelgangs sind neun Kirchenstühle aufgestellt, die jeweils drei Personen Platz bieten. Sie erinnern an die neun Immenstettener Bürger, die den Bau fertiggestellt haben. Jeder dieser neun Ortsbürger mit Angehörigen hatte seinen eigenen Sitzplatz. An den Längsseiten in halber Höhe der Fenster sind Motivtafeln der 14 Kreuzwegstationen zu sehen. Eine Gedenktafel erinnert an die Gefallenen der Kriege aus der Ortschaft.

Im Altarraum, der etwas erhöht ist, steht ein reich mit Ornamenten verzierter, neugotischer Holzaltar. Im Mittelteil befindet sich in einer Nische eine Nachbildung der Schwarzen-Mutter-Gottes-Statue von Altötting. Rechts und links stehen auf Konsolen drei Heiligenfiguren, eine davon stellt den heiligen Franziskus mit einem Kind dar. Die Decke der Kapelle ziert ein großes ovales Gemälde mit der Heiligen Familie.

Den Baugrund, auf dem das Kirchlein steht, schenkte der Ökonome Johann Gebhard dem Dorf. Die gegenüber wohnende Familie Gehring betreut das Gotteshaus, das ausschließlich zu Rosenkranz oder Maiandachten, aber auch bei örtlichen Festen genutzt wird.

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