Festungsanlage Schoenenbourg

Aus den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs zog Frankreich Lehren. Den nächsten Einmarsch zahlenmäßig überlegener deutscher Armeen sollte eine Festungslinie stoppen, die den Namen des Verteidigungsministers Andre Maginot trug.

20 000 Arbeiter bauten zwischen 1930 und 1935 die Forts entlang der Grenzen auch zu Italien und Belgien. Sie bildeten keine durchgehende Kette - das wäre auch finanziell nicht zu schultern gewesen - sondern eigenständige Festungswerke, die durch Außen- und Beobachtungsposten gesichert waren.

Eine der wenigen Anlagen, die original erhalten und zu besichtigen ist, liegt 18 Kilometer nordöstlich von Hagenau in den Vogesen. Seit 1978 kümmert sich ein gemeinnütziger Verein um Erhalt und Pflege der Befestigung, die bereits 1935 einsatzfähig war und zwischen 17 und 30 Meter unter der Erde liegt. Oberirdisch gibt es zwei getrennte Eingänge für die Besatzung und den Materialnachschub (siehe Bild links). Oberirdisch lag auch die Bewaffnung, untergebracht in drei versenkbaren Kampftürmen, die Haubitzen vom Kaliber 7,5 Zentimeter, Panzerabwehrkanonen, Granatwerfer und Maschinengewehre trugen.

Die Besatzung bestand aus 20 Offizieren, 70 Unteroffizieren und 500 Mannschaften. Über Verbindungsgänge von über drei Kilometern, erreichten die Soldaten alles, was sie unter der Erde brauchten: Krankenstation, Küche, Werkstatt, Vorratsräume für Lebensmittel und Munition, Duschen, Toiletten, Schlafräume. Eine elektrische Feldbahn mit zwei Loks erleichterte die Transporte.

Die Festung war im Verteidigungsfall vollkommen autark: Vier Dieselgeneratoren sorgten für Strom, 96 000 Liter Sprit lagerten im Bunker. Ein eigener Brunnen förderte Wasser in die Tanks, die 263 000 Liter fassten.
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