10.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Försterin Andrea Sauer gibt Tipps zum rechtzeitigen Kampf gegen Borkenkäfer "Buchdruckern" den Job vermiesen

Es herrscht wieder Borkenkäfer-Alarm. Andrea Sauer von der Forstdienststelle Mantel appelliert daher an die Waldbesitzer, ihre Bestände genau zu kontrollieren und wenn nötig, etwas zu unternehmen. Wie das konkret aussehen könnte, zeigte die Försterin auf den Höhenzügen bei den Gründörfern.

Försterin Andrea Sauer sucht Fichtenbestand an der "Hohen Straße" oberhalb von Weißenbrunn nach Borkenkäferbefall ab. Jetzt sei die beste Zeit für solche Kontrollen, rät sie allen Waldbesitzern. Bild: war
von Autor WARProfil

"Momentan ist eine ideale Zeit. Befallene Bäume können relativ leicht ausfindig gemacht werden", erklärt sauer. Gefahr drohe durch den zurzeit stattfindenden Ausflug der ersten Geschwisterbrut. Wichtig ist im ersten Schritt die Bohrmehlkontrolle, am Fuß der Stämme. Betroffen sind fast ausschließlich Fichten.

Die Erkennungsmerkmale im chronologischen Ablauf: Dem Einbohren in die Rinde, sichtbar durch die Löcher und das Bohrmehl, folgt der Fraß unter der Borke. Damit geht die Zerstörung der Leitungsbahnen einher. Danach folgt der Abfall von Rinde und Nadeln. Schließlich verfärben sich die Kronen rot.

Werden befallene Einzelbäume entdeckt, empfiehlt sich, auch den umgebenden Baumbestand genau zu prüfen, um die explosionsartige Vermehrung der Schädlinge zu verhindern.

Als gefährlichste Art gilt der "Buchdrucker". Er befällt auch dickere Fichten. Der "Kupferstecher" ist etwas seltener. Er bevorzugt dünnrindigere Gehölze. Unterscheidungsmerkmale sind das Fraßbild in den Rindeninnenseiten, im Rindenbast und die Größe der Käfer. Etwa fünf Millimeter lang sind die "Buchdrucker", zwei Millimeter die "Kupferstecher".

Schnell raus aus dem Wald

"Wenn sich der Buchdrucker einmal eingenistet hat, ist der Baum praktisch zum Tode verurteilt", stellt Sauer klar. Es hilft nur das sofortige Fällen, für das Gipfelholz eignet sich das Häckseln am besten. Die einfachste und bei weitem günstigste Lösung ist, dass geschädigte Material umgehend aus dem Wald zu bringen und mindestens 500 Meter zum nächsten Nadelholzbestand abzulegen. Damit wird ein weiterer Ausflug von Jungkäfern vermieden.

Als Alternative gilt das fachgerechte Entrinden vor Ort. Das ist jedoch aufwendig und teurer. Das Holz ist in üblicher Weise verkäuflich, bringt für die Besitzer noch Ertrag. Schneller Einschnitt und zügige Verarbeitung sind aber notwendig. Die Meldung an die Forstdienststellen ist sinnvoll. Andrea Sauer und ihre Kollegen geben gerne Rat, ebenso die Forstbetriebsgemeinschaften (FGB). Wie Geschäftsführer Michael Bock von der FBG Neustadt-Süd berichtete, deckt sich die Situation in dem von ihm betreuten Waldgebiet in Floß mit der im Raum Kohlberg. Gefährdet sind vor allem Höhenlagen mit relativ wenig Wasser. Hier macht sich auch der Schnee- und Windbruch des vorletzten Winters bemerkbar. "Dennoch sollten generell alle Fichtenbestände auch in besseren Lagen gesichtet werden", schlägt Andrea Sauer vor.

Auf die chemische Keule sollten Waldbesitzer nur zurückgreifen, wenn die mechanischen Möglichkeiten nicht greifen. Bei der Anwendung von Borkenkäfer-Insektiziden ist im Übrigen ein Sachkundenachweis notwendig.

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