Franzose Philippe Cornier begeistert mit virtuoser Darbietung - Saiten zaubern romantische ...
Gitarren-Sternstunde in Klosterkirche

Agustín Barrios, Isaac Albéniz und Manuel de Falla: Das sind zweifelsohne Namen, die nicht jedem geläufig sind. Auch vielen Besuchern des Konzerts am Mittwochabend in der Klosterkirche dürften sie unbekannt gewesen sein. Der Gitarrenvirtuose Philippe Cornier hat allerdings mit seinem rund 80-minütigen Auftritt dafür gesorgt, dass diese Namen nicht mehr so schnell aus dem Gedächtnis verschwinden werden.

Sie alle haben nämlich Werke klassischer Gitarrenmusik geschrieben, die die Seele berühren. Werke, die der Franzose Cornier formvollendet vortrug.

Der Musiker demonstrierte eindrucksvoll die Klangvielfalt seines Instruments. Er überzeugte durch eine saubere Anschlagtechnik, ein zurückhaltendes Spiel und einen ausgewogenen Klang.

Ausgewählt hatte er Klassiker seines Fachs, beispielsweise "La catedral" von Barrios. Dieser hatte in einer Kathedrale Orgelmusik von Johann Sebastian Bach gehört und war so gefesselt von dem Raum-Klang-Erlebnis, dass er es in diesem Stück nachzuahmen versuchte.

Gelungen ist dies auch Cornier in der sparsam beleuchteten Speinsharter Klosterkirche, in der das Kerzenlicht seine Wirkung entfaltete. Die Werke des Abends gingen dem Franzosen scheinbar leicht von den Fingern, und mit der Gitarre schaffte er es, ungeheuer romantische Bilder hervorzuzaubern. Zwischen den einzelnen Stücken gab er immer wieder Erklärungen in englischer Sprache und umriss die Entstehung der Werke.

Nur Orchester vom Band

Vorgenommen hatte sich der Künstler auch Werke von Joaquín Turina und Heitor Villa-Lobos, die allesamt auf große Zustimmung beim Publikum trafen. Jedes Stück wurde mit entsprechendem Applaus bedacht. Höhepunkt war die Darbietung des Adagio aus dem "Concierto de Aranjuez", einem Solokonzert für Gitarre und Orchester von Joaquín Rodrigo und sicherlich das bekannteste Werk des Abends. Cornier spielte hier den Gitarrenpart live, während das Orchester vom Band eingespielt wurde.

Langanhaltender Applaus belohnte den Künstler für seinen außerordentlichen Auftritt. Erst nach einer Zugabe durfte Cornier den Altarraum verlassen.
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