16.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Freude am Klöppeln verbindet Tiefenbach und Nachbarn in Tschechien - Kreuze für Ausstellung Mit Sedlice ganz einfach "spitze"

"Wie werden uns spätestens im kommenden Jahr wiedersehen." Mit diesem Versprechen sind Bürgermeister Jirí Rod von Sedlice und sein Kollege aus Tiefenbach, Ludwig Prögler, auseinandergegangen. Letzterer hatte zusammen mit einer 30-köpfigen Gruppe die Fahrt in das südböhmische Städtchen angetreten, um dort am traditionellen Klöppelfest teilzunehmen.

von Redaktion OnetzProfil

Das Thema Klöppeln stand dann auch im Mittelpunkt dieses Besuchs. Kein Wunder, hat doch Sedlice ähnlich wie Tiefenbach eine sehr lange Klöppeltradition. Daran wurde bei der zweiten Klöppelspitzen-Biennale mehrmals erinnert. Der Klöppelkreis Tiefenbach hatte dazu einen Beitrag geleistet und geklöppelte Kreuze für eine Ausstellung in der Kirche zur Verfügung gestellt. So nahmen mehrere Mitglieder des Klöppelkreises an der Fahrt teil, aber auch Interessierte aus der Umgebung sowie Altbürgermeister Johann Müller.

Die rund 130 Kilometer nach Sedlice waren mit dem Bus nach gut zwei Stunden Fahrtzeit bewältigt. Bürgermeister Rod und Miroslava Vackova, die als Dolmetscherin fungierte, erwarteten die Bayern bereits am Marktplatz. Nach einer kurzen Begrüßung ging es in die nahe Ortskirche, wo die christlichen Motive der Tiefenbacher in Schaukästen präsentiert wurden. Die beiden Gemeindeoberhäupter Rod und Prögler eröffneten gemeinsam die Ausstellung und wünschten viele Besucher. Die kamen dann auch in Scharen und zeigten sich beeindruckt von den Spitzen aus Bayern. Nächste Station war das Rathaus, wo es im Klöppelwettbewerb die Werke zu bewerten galt.

Nach dem Mittagessen folgte ein Empfang am Marktplatz. Schirmherr Jiri Zrmola, Hauptmann von Südböhmen, würdigte die Anstrengungen der Gemeinde, die bereits das dritte Klöppelfest ausrichtet. Es sei eine Ehre, Spitzen aus Tiefenbach bei der Biennale zeigen zu dürfen, meinte Bürgermeister Prögler. Sie sollten aber nicht nur die Ausstellung bereichern, sondern auch Lust machen, die Gemeinde im Landkreis Cham zu besuchen. Prögler verwies in diesem Zusammenhang auf das Klöppelmuseum. Er pries die gute Nachbarschaft zwischen Bayern und Böhmen, auch Tiefenbach wolle dazu seinen Beitrag leisten. Prögler schloss mit den Worten: "Auf unsere Gemeinden Sedlice und Tiefenbach: Sie sind spitze."

Kleine Erinnerungsstücke überreichte er an Bürgermeister Rod, Miroslava Vackova und Martina Srbova, Vorsitzende der gemeinnützigen Klöppelgesellschaft Sedlice. Die Stunden bis zur Heimfahrt vergingen dann wie im Flug. Am Marktplatz war ein kleiner Handwerkermarkt aufgebaut, wo man verschiedene Dinge erwerben konnte. Dazu gab es ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm mit Tanzauftritten, Musikeinlagen und Fechtvorführungen.

Die Exkursion nach Sedlice reiht sich ein in ein "EU-Ziel-3-Projekt". Unter dem Motto "Made in Cham" geht es um bayerisch-böhmische Produktgeschichten der vergangenen 200 Jahre: ein Stück Wirtschaftsgeschichte in der gemeinsamen Region mit Handwerkstraditionen und Industriebetrieben in ihrer historischen Entwicklung.

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