Friedrich Schürzinger über die Umstellung auf biologische Imkerei
Der Raps ist das Problem

Das Thema "Biologische und konventionelle Imkerei im Vergleich" traf das Interesse der Imker, denn der Andrang zur ersten Fachtagung 2013 am Bienenhof war riesig. Noch vor zehn Jahren war es unter den Imkern heftig umstritten, ob sich die verschiedenen Formen der Bienenhaltung qualitativ überhaupt unterscheiden. Glücklicherweise habe sich die Diskussion inzwischen versachlicht, stellte Bezirksvorsitzender Richard Schecklmann fest.

Mit Imkermeister Friedrich Schürzinger, dem ehemaligen Leiter des Bienenprüfhofes Kringel, hatte er einen ausgewiesenen Fachmann als Referenten geladen.

Schürzinger stellte gleich zu Beginn fest: "Alle Bienen sind bio." Bei jeder Bienenhaltung sei es wichtig, auf die Harmonie im Bienenvolk zu achten. Der Einsatz chemischer Mittel zur Bekämpfung der Varroamilbe und die damit verbundene Gefahr für die Honigqualität habe ihn veranlasst, auf die biologische Imkerei umzusteigen. Zum Glück gebe es jetzt mit organischen Säuren und Tymolpräparaten ausreichend natürliche Bekämpfungsmittel, die in der biologischen Imkerei zugelassen seien und inzwischen von den meisten Imkern eingesetzt würden.

Wer biologisch imkere, müsse am Anfang den gesamten Wabenbau der Bienen austauschen, um dadurch eventuelle Rückstände im Wachs zu entfernen. Danach müsse mit ausschließlich selbst erzeugtem Wachs der eigenen Bienen ein geschlossener Wachskreislauf eingehalten werden. Alternativ dürfe Wachs nur aus Biobetrieben zugekauft werden. Für die Bienenkästen müsse Holz verwendet werden, das nur mit biologischen Mitteln als Wetterschutz gestrichen werden dürfe. Wachs und Biozucker, der ausschließlich als Bienenfutter erlaubt ist, verursachten die größten Mehrkosten.

Keine Verunreinigung

Verlangt werde auch eine lückenlose Dokumentation über Produktan- und -verkäufe sowie über die Aufstellplätze der Bienen. Ziel sei schließlich, die Verunreinigung der Bienenprodukte zu vermeiden. Dabei stelle der Raps ein schwer lösbares Feld dar, weil dieser immer mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werde und ein Bienenbeflug wegen seiner Häufigkeit und Attraktivität kaum vermeidbar sei. Um das Zertifikat als Bio-Imker zu bekommen, werde die Imkerei jedes Jahr von einer Kontrollstelle genau geprüft.

Nur wenige Kontrollen

Am Nachmittag informierte Bienenfachberater Werner Zwillich vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg über die wichtigsten Frühjahrsarbeiten am Bienenvolk. Er stellte heraus, dass man bei einer guten Einwinterung der Bienen die Arbeiten auf Kontrollen beschränken könne. Schon am Bienenflug und Polleneintrag könne man auf die Vitalität des Bienenvolkes schließen. Überprüft werden müsse, ob das Volk ausreichend stark sei und noch genügend Futter besitze.

Eingriffe ins Bienenvolk sollten sich auf das zwingend Notwendige beschränken etwa bei Verdacht auf Krankheit oder Weisellosigkeit. Erst mit einsetzendem Nektareintrag und beginnendem Bautrieb müssen die Völker mit neuen Waben erweitert werden, damit sie nicht schon zu früh schwärmen. Da beginne die Hauptarbeit für den Imker.
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