26.06.2004 - 00:00 Uhr
Stein bei PlößbergOberpfalz

Sägewerk brennt lichterloh

Der Schock steht der Familie ins Gesicht geschrieben: Bei einem verheerenden Großfeuer ist am Freitag das so genannte "alte Sägewerk" von Josef Ziegler nieder gebrannt. Auch ein angrenzendes Wohnhaus wird stark in Mitleidenschaft gezogen. Fünf Menschen werden bei den Löscharbeiten verletzt. Den Sachschaden gibt die Polizei mit rund fünf Millionen Euro an.

In Stein bei Plößberg ist am 25. Juni 2004 das "alte Sägewerk" abgebrannt.

von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Exakt um 9.19 Uhr geht bei der Einsatzzentrale der Polizeidirektion Weiden der Notruf ein, zwei Minuten später bereits bestätigt eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Tirschenreuth den Großbrand und löst Großalarm aus. 15 Feuerwehren aus dem gesamten Umkreis rücken nach Stein aus. Rund 250 Helfer aus Liebenstein, Tirschenreuth, Lengenfeld, Thanhausen, Plößberg, Schönkirch, Schwarzenbach, Wildenau, Beidl, Bärnau, Waldsassen, Hohenthan, Mitterteich, Wiesau und Schönficht eilen mit 34 Fahrzeugen an den Einsatzort.

Doch innerhalb weniger Minuten hat das Feuer um sich gegriffen, starker Wind treibt den Männern beißenden Qualm in die Augen. Kilometerweit ist die riesige dunkle Rauchwolke noch am Himmel zu sehen. Selbst aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach melden sich besorgte Anrufer.

Während die Feuerwehren mit allem, was sie zur Verfügung haben, dem Brand zu Leibe rücken, wird nebenan fleißig weiter gearbeitet. Josef Ziegler zählt mit seinem Sägewerk zu den Großen der Branche, ist gerade dabei, weiter zu expandieren. Da trifft das Unglück besonders hart, musste das Unternehmen doch erst vor sechs Jahren einen Tiefschlag wegstecken: Am 20. Mai 1998 hat es schon einmal gebrannt. Damals war der Schaden auf drei Millionen Mark beziffert worden. Ursache: ein technischer Defekt.

Was jetzt den Brand ausgelöst hat, ist noch völlig unklar. Die Kriminalpolizei Weiden hat unverzüglich die Ermittlungen aufgenommen. Nach den ersten Erkenntnissen ist das Feuer in der etwa 60 x 15 Meter großen Halle ausgebrochen, in der eine Sägespäneförderanlage untergebracht ist. Weitere Angaben zur Brandursache sind derzeit noch nicht möglich. Experten des Landeskriminalamtes werden am Montag am Brandort erwartet.

Entdeckt hat das Feuer ein 51 Jahre alter Arbeiter. Der Tscheche verletzt sich leicht an Hand und Gesicht, als er versucht, die Flammen aus eigener Kraft zu ersticken. Darüber hinaus registiert das Rote Kreuze vier weitere Verletzte. Mit über 30 Kräften, zwei Rettungswagen, der Schnellen Einsatzgruppe aus Tirschenreuth und Bärnau, dem Helfer vor Ort in Plößberg und dem Notarzt aus Tirschenreuth ist der Rettungsdienst im Einsatz.

Die 35-jährige Juniorchefin des Sägewerks erleidet einen Schock und wird vor Ort ambulant behandelt. Ein weiterer 20-jähriger Schlosser des Betriebes aus Pilmersreuth an der Straße schluckt zu viel Rauch, ein 49-jähriger Feuerwehrmann aus Tirschenreuth quetscht sich an einer Leiter drei Finger, einen 22-jährigen Angehörigen der Feuerwehr Bärnau fällt ein Balken auf die Schulter.

Neben den gut 300 Helfern am Einsatzort sind auch eine Maschine der Polizeihubschrauberstaffel aus Roth bei Nürnberg und ein ganzes Heer von Medienvertretern.

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