30.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Funde aus dem Schwarzachtal: Spinnwirtel, Pfeilspitzen und andere Altertümer Erdreich gibt Kleinode frei

Voll in seinem Element ist Heinrich Schwarz, wenn er mit Begeisterung von der Historie der Gegend und mittelsteinzeitlichen Funden schwärmt. Bereits in der Volksschule interessierte sich Schwarz für die Geschichte. Seit 1985 ist er aktiv und widersteht jedem Wetter - wenn Jahreszeit und Felder passen, werden neue Funde gesucht.

von Autor GAProfil

Unter der Woche, wenn es die Zeit erlaubt, ist Heinrich Schwarz unterwegs auf den Feldern im Schwarzachtal und den Seitentälern, etwa dem Auerbachtal. In 30 Jahren "Suchtätigkeit" hat er bereits viele hochinteressante Funde gemacht.

Seine größte Entdeckung ist die slawische Siedlung zwischen Weiding und Dietstätt, auf deren Spuren er bereits in den 1980er Jahren stieß. Bei Grabungen im Zentrum dieser slawischen Siedlung wurde unter anderem ein Brunnen freigelegt. Um die Ergebnisse zu sichern, wird derzeit von der Gemeinde Schwarzach ein Dokumentationszentrum errichtet, in dem eine Dauerausstellung eingerichtet wird.

Zu den neuern Funden gehört eine besonders filigrane Pfeilspitze (vier Zentimeter lang), die aus der Zeit um 7000 vor Christus stammt. Dieses beidseitig bearbeitete und abgedrückte Exemplar ist aus Hornstein und eine Rarität. Der Fundort ist Furthmühle.

Sechs Zentimeter groß

Viele weitere Steingeräte hat Heiner Schwarz bereits in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Landesamt für Denkmalschutz identifiziert. Eine Besonderheit ist auch ein Spinnwirtel, der im Bereich Zilchenricht von der Grundstücksbesitzerin Anna Scheuerer auf dem Kartoffelernter gefunden wurde.

Ein Spinnwirtel stellt die ursprünglichste Form des Werkzeuges zum Verspinnen von Fasern dar. Der Spinnwirtel wurde als Schwungmasse genutzt, welche um den stabförmigen Schaft rotierte. Mit einem Durchmesser von sechs Zentimeter ist es der Größte, der in der Region je gefunden wurde. Durch Keramikfunde aus dem Umfeld der Fundstelle wird er in eine Zeit 1000 bis 500 vor Christus datiert.

Vergoldeter Fisch

Eine slawische Perlenkette aus dem 8. bis 9. Jahrhundert nach Christus und ein bronzener Armreif gehören ebenfalls zu den Funden von Heinrich Schwarz. Bei einem feuervergoldeten Fisch als Bestandteil eines Toilettenbesteckes gehen die Meinungen auseinander. Dieser Fund kann aus dem Zeitraum der Römerzeit bis zur Neuzeit reichen.

Eine Dauerausstellung im Rathaus in Schwarzenfeld zeigt die Geschichte des Schwarzachtales, die mit vielschichtigen Funden belegt ist. Zeitlich begrenzte Ausstellungen sowie Vorträge in Schulen ergänzen das Hobby von Schwarz. Durch die neue Bearbeitungstechniken in der Landwirtschaft, wodurch das "tiefe" Ackern zurück ging, kommen weniger Funde zum Vorschein. Dies kann aber nicht Schwarz' Lust und Leidenschaft mindern, stets aufs Neue auf die Suche zu gehen.

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