Fundgrube Friedhof

Die Perlenfunde bei Iffelsdorf. Bild: Götz
Der frühmittelalterliche Friedhof von Iffelsdorf ist zu einer Fundgrube an Wissen über die slawische Besiedlung der Region geworden. Archäologen und Studenten waren seit dem Jahr 2011 drei Mal vor Ort. Dabei fanden sie Beweise für einen Totenkult bei den Slawen im 7. und 8. Jahrhundert. An den Gräbern wurden Tongefäße entdeckt. Die Forscher stießen auf Feuerstellen, was darauf hinweist, dass an den Gräbern gegessen und getrunken wurde. Aus den rund 30 Kinder- und Jugendgräbern im Feld an der Straße von Iffelsdorf nach Untersteinbach lässt sich einiges über den Grabkult und die Bestattungsbräuche der Slawen im frühen Mittelalter sagen. Jungen wurden mit Gürtelschnalle und Taschenmesser beerdigt, Mädchen mit Perlen. Einige Exemplare haben die Wissenschaftler im Erdreich gefunden. Im Vorjahr dann der deutschlandweit einmalige Sensationsfund: Geborgen wurde eine 32-teilige Gürtelgarnitur, wie sie awarische Reiter trugen. Bislang ist ein Fünftel der Friedhofsfläche freigelegt worden. Insgesamt 40 Grabschächte sind bereits geöffnet. (cv)
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