Gemeinschaftsaktion soll im Sommer für ein buntes Blumenmeer entlang der Felder sorgen
Blühender Landkreis

Die Protagonisten haben mächtig Werbung für die Aktion "Der Landkreis blüht" gemacht. Sie hoffen, dass die Landwirte auf den Zug aufspringen und entlang der Maisfelder Blühstreifen ansäen. 20 Kilometer sind das Ziel. Auf dem Hof von Hans Pschierer wurde das Projekt vorgestellt. Er bewirtschaftet eine Maisanbaufläche von 400 Hektar und arbeitet mit einer Einzelkornsämaschine. Bild: Grüner

Eine Gemeinschaftsaktion all derer, die ihr Einkommen aus der Bewirtschaft unserer Kulturlandschaft erlösen, soll den Landkreis im Sommer in eine blühende Landschaft verwandeln. Über 100 000 Quadratmeter blühende Flächen, beziehungsweise 20 Kilometer Blühstreifen, entlang der Felder sollen das Auge erfreuen und Wildtieren Nahrung bieten.

Das ehrgeizige Ziel hat sich die Landwirtschaft unter Koordinierung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) gesetzt. Bei einem Ortstermin stellten die Verantwortlichen das Projekt auf dem Hof von Hans Pschierer vor. Neben den Landwirten selbst sitzen der Landrat, der Bayerische Bauernverband, die Kreisverbände der Jäger und Imker sowie der Maschinenring im Boot aus bunten Blumen.

Unterstützt wird die Aktion vom Friedenfelser Landhandel, den Raiffeisen-Lagerhäusern, den Sparkassen, den Volks- und Raiffeisenbanken sowie der Eiweißinitiative Bayern.

Über 90 Prozent der Landkreisfläche werden derzeit von Land-, Forst- und Teichwirten genutzt. "Wenn immer wieder von der Schönheit unserer Kulturlandschaft geschwärmt wird, so ist das maßgeblich deren Verdienst", sagte Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch.

Mit Blick auf Gartenschau

Er wünschte sich, dass sich möglichst viele Landwirte an der Aktion beteiligen. Sie soll ein Beitrag zur Aufwertung des Landschaftsbildes, auch im Hinblick auf die Gartenschau in Tirschenreuth, sein.
Am Rand von Maisfeldern sollen möglichst viele Blühstreifen angesät werden. Straßenkreuzungs-Bereiche sollen Sichtdreiecke erhalten und mit niedrig wachsenden Mischungen bepflanzt werden. Auf größeren Flächen und an Waldrändern sollen Wildäcker als Schussschneisen angelegt werden. Die sind außerdem notwendig, um die Wildschweinplage durch bessere Bejagungsmöglichkeiten in den Griff zu bekommen.

Lebensraum für Tiere

Gerade für Milchbetriebe böten sich Streifen mit heimischen Eiweißpflanzen an. Das könne dazu beitragen, die Abhängigkeit von Soja-Importen zu vermindern. Die Vielfalt zusätzlicher Pflanzen habe zahlreiche weitere positive Wirkungen. Wertvolle Lebensräume für Insekten, wie Bienen und Schmetterlinge oder Niederwild wie Hasen oder Fasane würden dadurch gefördert. Für Milchviehbetriebe stellt das AELF, solange der Vorrat reicht, kostenlose, fertige Blühmischungen oder Eiweißpflanzen-Saatgut zur Verfügung.

Die Aktion leiste auch einen aktiven Beitrag zum Boden- und Gewässerschutz, weil Abschwemmungen verhindert würden. Außerdem könnten die Landwirte auch Öffentlichkeitsarbeit im wahrsten Sinne des Wortes für sich selbst und eine nachhaltige Bewirtschaftung leisten. Gerade Biogasbetriebe, die jeden Zentimeter Ackerland für den Maisanbau nutzen müssten, könnten dadurch auf einfache Weise ihr angekratztes Image aufmöbeln.
Neben dem AELF bieten regionale Lagerhäuser geeignete Mischungen an und über die Jagdpächter könnten über Sammelbestellungen, auch größere Mengen für Wildäcker, besorgt werden. Als nur einen kleinen Ausschnitt an empfohlenen Blütenpflanzen nannte Wenisch unter anderem Sonnenblumen, Lupinen, Luzerne, Sommerwicken, weißen Senf, Alexandriner- und Inkarnatklee, Klatschmohn, Kornblume und Ringelblume. Auf die Aussaat von Vogelfutter sollte unbedingt verzichtet werden, da diese Mischungen oft die hoch allergisch wirkenden Ambrosia-Samen enthielten.

Aufgerufen seien alle Landwirte, ob Betreiber von Biogasanlagen, Milchviehhalter, Schweine- oder Marktfruchtbetriebe, einen Beitrag auf einem Teil ihrer Flächen zu leisten. Die schönsten und effektivsten Blühflächen werden zudem prämiert. Für die Siegerflächen erhalten die Bauern praktische Sachpreise.

Maschinenring-Chefin Marion Höcht wies darauf hin, dass es, ob des langen Winters, klar sei, dass die Landwirte im Moment nur eines im Sinn hätten, den Mais auszubringen. Aber Blühsamen, die noch Ende Mai ausgebracht würden, erfüllten ihren Zweck noch voll und ganz.

Flyer und E-Mail

Um für die Aktion zu werben, sind bereits 300 Flyer mit sämtlichen Informationen verteilt worden. Der Maschinenring hat bei 500 seiner Kunden für die Aktion geworben. Die Ideengeber setzen außerdem stark auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Seit März sind etwa 1000 potenzielle Ansprechpartner über die Aktion informiert.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.aelf-ti.bayern.de
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