20.08.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Geologie-Studie zu Truppenübungsplatz - Auslöser ein tragischer Unfall - Bericht schlägt Wellen US-Armee lässt Untergrund untersuchen

von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die US-Armee lässt seit einiger Zeit den Untergrund unter dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr untersuchen. Die geologische Studie soll Aufschluss darüber geben, ob und an welchen Stellen durch Bodenanomalien der Übungsbetrieb gefährdet sein könnte. Auslöser für die Studie war ein tragischer Unfall, der sich vor knapp drei Jahren auf dem Truppenübungsplatz ereignet hatte.

Im November 2002 war ein junger US-Soldat mit seinem Kampfpanzer vom Typ "Abrams" im aufgeweichten Boden versunken. Trotz aller Bemühungen konnte der 24-Jährige nicht gerettet werden. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Durch mehrere Berichte von "Stars and Stripes" schlägt der Unfall jetzt wieder Wellen.

Die Militärzeitung schreibt, die Schwester des Opfers dringt darauf, dass sich dies nicht wiederhole. Deshalb hat sie dem Blatt ein Exemplar der Studie ausgehändigt, die sich mit den geologischen Bedingungen um die Unfallstelle herum befasst. Demnach gibt es 550 Anomalien oder verdächtige Bereiche, berichtet die Zeitung. Das Gelände berge zahlreiche Gefahren im Untergrund, unter anderem Karsthöhlen, die einbrechen könnten.

Diese Studie wurde von der Nürnberger Gesellschaft GIBS - Geologen + Ingenieure erstellt. Nach Auskunft des Geschäftsführers Dr. Heinrich Schoger ist das Unternehmen seit den 80er Jahren auf dem Standort tätig. Diese Untersuchung ist nur der erste Teil, teilte die Pressestelle des Oberkommandos der US-Landstreitkräfte in Europa auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die vollständige Studie, die sich mit dem gesamten Gelände befasst, werde in einigen Wochen veröffentlicht. Danach würden etwaige Maßnahmen erwogen.

Zugleich wird darauf verwiesen, dass Grafenwöhr ein Schießplatz ist. Von Seiten der US-Armee heißt es zudem, dass sie künftig nur mit dem rund 20 Tonnen schweren Radpanzer "Stryker" üben werde, der wesentliche leichter ist als der "Abrams" mit seinen bis zu 68 Tonnen. Entwarnung kommt auch von der Pressestelle der US-Armee in Grafenwöhr: Die Geologie-Studie habe keinen Einfluss auf den Ausbau des US-Standortes. Dieser gehe planmäßig weiter.

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