22.06.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Geologisch-heimatkundliche Führung: Von Kapellen, der Altstraße und einer Schlacht Aus Draeselberch wird Traßlberg

von Autor WWLProfil

Anlässlich des Traßlberger Dorffestes im Rahmen der achten Bayerischen Tage der Dorfkultur (wir berichteten) wurde auch eine geologisch-heimatkundliche Führung angeboten. Am Feuerwehrhaus erzählte Ehrenkommandant Josef Weiß den 30 Teilnehmern die Geschichte der Traßlberger Wehr.

Aus 15. Jahrhundert

Erste Station der Wanderung war der Sünder- oder Sinterbühl in Witzlhof. Wie Experte Hans Metz erläuterte, waren an dieser Stelle 1796 rund 700 Franzosen in einer Schlacht gegen österreichische Truppen gefallen. Detaillierte Informationen zur unmittelbar an der Grenze zu Amberg gelegenen Kapelle "Maria am Wege" gab Konrad Eilles. Die Madonna mit dem Jesuskind auf dem Arm stammt laut Eilles wohl aus dem 15. Jahrhundert.

An der Bahnbrücke in Traßlberg blickte Metz auf die Dorf-Geschichte zurück. Steingräber ließen Hinweise auf menschliche Spuren in der Zeit von 1000 bis 500 vor Christus zu. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Draeselberch - später Treselbergk und heute Traßlberg - im Jahre 1285. Auf die jüngere Gemeindegeschichte ging 3. Bürgermeister Hans Erras ein. Seinen Worten nach stand in Traßlberg einst eine der ersten Kläranlagen im früheren Landkreis Amberg. Erras informierte außerdem über die Entstehung des Sportgeländes des SVL Traßlberg.

"Wo wir jetzt stehen, war früher der Meeresgrund", sagte Hans Metz, als die Wanderer an der Vilsbrücke zwischen Speckshof und Altmannshof ankamen. An der Altstraße "Fischweg" (laut Metz eine "Art Autobahn der damaligen Zeit") liegt Altmannshof. Der "Fischweg" führte aus dem Raum Donau/Altmühl nach Poppenricht, über das frühere Altmanshoven nach Eger und in das Erzgebirge.

Richtiges Kleinod

Die Dorfkapelle, deren Sanierug der "Club Humor" in Angriff genommen habe, stellte Rosi Weber vor. Der "Schandfleck von damals" sei heute ein richtiges Kleinod in der Ortsmitte. Die Tour endete an der dem Prager Jesuskind geweihte Dorfkapelle in Traßlberg. Laut Josef Weiß wurde das Kirchlein im Jahre 1901 gebaut - unter anderem deshalb, weil die am nördlichen Ortsrand stehende "alte Kapelle" zu klein geworden war.

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