03.04.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Geschäftsführung und Betriebsrat einigen sich auf flexibleres Arbeitszeitmodell 40-Stunden-Woche bei Conrad

Um ihren erfolgreichen Wachstumskurs in Zukunft weiter fortsetzen zu können, unternimmt die Conrad Electronic GmbH einen wichtigen Schritt zur Erhöhung ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

von Claudia Völkl Kontakt Profil

Wie das Unternehmen mit Sitz in

Hirschau gestern in einer Pressemitteilung erklärte, haben sich die Geschäftsführung und der Betriebsrat auf ein flexibleres Arbeitszeitmodell an den Standorten Wernberg-Köblitz und Hirschau geeinigt.

Zusätzliches Einkommen

Danach wird die Wochenstundenzahl der Mitarbeiter auf freiwilliger Basis ab Mai diesen Jahres von 37,5 auf 40 Stunden steigen, wobei der Arbeitgeber eine Hälfte der Mehrarbeit vergütet und die andere Hälfte von den Mitarbeitern getragen wird. Insgesamt steht somit einer halben Stunde täglicher Mehrarbeit ein durchschnittlicher zusätzlicher Jahresverdienst von mindestens zirka 750 Euro bereits in den geringeren Lohngruppen gegenüber.

"Kein Gegensatz"

"Mit der neuen Regelung erhöhen wir die Flexibilität des Unternehmens und sichern seine Wettbewerbs- und Wachstumschancen ab. Fakt ist: Conrad will weiter wachsen und zwar gemeinsam mit seinen Mitarbeitern und auch in Zukunft an seinem traditionellen Unternehmenssitz in der Oberpfalz. Unser neues flexibleres und leistungsgerechteres Arbeitszeit- und Vergütungsmodell schafft dafür eine Grundlage. Gleichzeitig macht es deutlich, dass Wachstum und attraktive Arbeitsbedingungen kein Gegensatz sind". so Dr. Werner Conrad, geschäftsführender Gesellschafter der Conrad Electronic GmbH.

"Besonders wichtig war es uns, eine faire Lösung für die vor uns liegenden Herausforderungen zu finden und Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich zu verhindern. Dies ist uns mit der neuen Regelung gelungen. Sie sichert die Arbeitsplätze und bietet für den einzelnen Mitarbeiter weiterhin gute Verdienstmöglichkeiten", erklärte Gunda Machner, Vorsitzende des Betriebsrates.

Gemeinsam reagieren

In den vergangenen Wochen hatten nach der Tarifeinigung in der Metall- und Elektroindustrie zahlreiche Unternehmen wie Daimler-Chrysler, Porsche, Siemens oder Bosch angekündigt, über eine Erhöhung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich nachzudenken. Zuletzt stand die Kündigung des Arbeitszeit-Tarifvertrages West für den öffentlichen Dienst durch die Bundesländer im Zentrum der Debatte. Im Zusammenhang mit der laufenden Diskussion um neue Arbeitszeitmodelle liefert Conrad jetzt ein richtungsweisendes Beispiel, wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam, fair und leistungsgerecht auf veränderte Marktentwicklungen reagieren können.

Conrad ist mit über 2300 Mitarbeitern und einem über 50 000 Artikeln umfassenden Sortiment das größte Elektronik-Spezialversandhaus in Europa. Das Familienunternehmen hat 21 Verkaufsfilialen in Deutschland und Tochter- und Partnerunternehmen in den wichtigsten europäischen Ländern.

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