05.07.2011 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Geschichte der Ziegelmeiler

von Redaktion OnetzProfil

Die im Volksmund übliche Bezeichnung "Russenhüttn" für die Ziegelmeiler ist laut Riedens Ortsheimatpfleger Hubert Haas irreführend. "Dieser Name rührt aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, als man russische Kriegsgefangene in der Forstwirtschaft einsetzte." Dort wo heute die Kohlenmeiler stehen, war zu jener Zeit eine Holzhütte, in der die Russen vermutlich unter ungünstigsten Bedingungen hausten. Die Hütte wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgebrochen.

Im Zweiten Weltkrieg wurden nebenan sechs Kohlenmeiler gemauert. Eine Vermutung ist, dass diese ganz fachmännischen Maurerarbeiten mit Ziegeln französische Kriegsgefangenen vollbrachten, da gemauerte Kohlenmeiler in Deutschland unüblich waren, sehr wohl aber in Frankreich. Hubert Haas liegen die Kohlenmeiler "sehr am Herzen, weil wir da als Kinder schon immer gespielt haben".

Ihm zufolge betrieben die Kohlenmeiler die Riedener Bürger Johann Mehringer und Georg Schwandner, welche die Holzkohle für die Holzvergaserfahrzeuge verkauften. Aber auch Derivate wie Teer wurden vermutlich in der schlechten Zeit erzeugt. In Betrieb waren die Meiler wohl bis Anfang der 60er Jahre. Dies bestätigte die 75-jährige Marianne Glombitza, deren Vater mit dabei war.

Die Kohlenmeiler waren im Wechsel im Betrieb, so dass immer drei der sechs Kohlenmeiler brannten. Nach drei bis vier Tagen war die Holzkohle fertig, konnte ausgeräumt, in handliche Stücke zerschlagen und in Säcken abgefüllt, abtransportiert und verkauft werden.

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